So what?

Seit meiner langen Ostseereise im letzten Jahr habe ich mich hier sehr rar gemacht. Anderen Dingen musste mal wieder Priorität gegeben werden! Es gab aber auch keine großen seglerischen Ereignisse mehr im Jahr 2015. Noch zwei, drei Wochenend-Segeleien und dann kam LuMMEL bald auch schon ins verdiente Winterlager.

Seit Ostern schwimmt LuMMEL wieder und wartet natürlich auf große Fahrt! Und die sollte es auch gleich am Anfang der Saison – am Himmelfahrtswochenende – geben. Nicht wieder ein paar Monate, nein, nur ein paar Tage. Aber dafür einmal quer über die Nordsee nach England, Fish’n Chips essen und wieder retour. Bei optimalen (Wetter- und Wind-)Bedingungen eigentlich gut zu schaffen. Östliche Winde sollten mich gut Richtung England ´rüber bringen und für die Rückfahrt hatte ich schon mal genug Diesel dabei, da eher wenig Wind und auch nicht aus der optimalen Richtung angesagt war. Eine Richtung von Warns nach Lowestoft in Ostengland, das war mein genaues Ziel, rund 140 nautische Meilen, ca. 260 km. 35 Stunden hin, 35 Stunden zurück, so meine Kalkulation bei 4 Knoten Fahrt. So ein langes WE hat ja immerhin rund 100 Stunden 😉

Also ging es am Mittwochmittag, ausgerüstet mit den aktuellsten Seekarten, einer britischen Gastlandflagge, Diesel und reichlich Lebensmitteln, mit dem Auto zum Boot, am späten Nachmittag über das Ijsselmeer durch die Stevinssluis in die Nordsee und um 23 Uhr war ich in Den Helder, dem wichtigsten niederländischem Marinehafen und meinem geplanten Absprungort nach Lowestoft.

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Den Absprung über den „kleinen Teich“ hatte ich dann am Donnerstag morgen um 7:30 Uhr zu Hochwasserzeit gewagt. Vorbei am Leuchturm Huisduinen am Seegat zwischen Texel und Nord-Holland, schob mich das ablaufende Wasser und die schöne östliche Brise dann auch recht zügig vom Wattenmeer auf die offene Nordsee hinaus. Bereits nach ca. 5 Stunden war es dann vorbei mit der Herrlichkeit, der Wind wurde sehr schwach, so dass ich den Motor zur Hilfe nehmen musste. Klar, dass man evtl. zwischendurch mal den Motor brauchen würde. Vorbei ging es an einigen Ölplattformen und Frachtschiffen.

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Aber der Wind kam leider nicht wider… So war das allerdings nicht geplant :-(. Gegen 19:00
Uhr, zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. die Hälfte geschafft, kamen mir allerdings Zweifel, ob es wirklich Spaß macht, noch weitere 12 bis 15 Stunden unter Motor weiter zu fahren. Zumal der Rückweg noch mit schon eingeplanter Motorzeit anstand. Schweren Herzens entschloss ich mich dann, meine „ Eroberung der britischen Krone“ auf ein anderes Mal zu verschieben. Bei etwas mehr Zeit und etwas mehr Wind.

Umkehr

Also kehrt Marsch und zurück nach Holland, statt Fish’n Chips also doch „nur“ Frikandel Spezial. Auch lecker! Gegen 6 Uhr morgens war ich dann in Ijmuiden angekommen. Müde aber mit meiner Entscheidung im Reinen. Zur Belohnung bin ich dann die letzten Stunden durch die doch noch recht kalte Nacht (6° C) bei moderatem Wind und gegenläufiger Strömung gesegelt.
Nach einer Mütze Schlaf und Motorraum leer Pumpen (durch eine nicht festgezogene Entlüftungsschraube sind während der langen Fahrt ca. 1,5 Liter Diesel im Motorraum ausgelaufen ) bin ich dann am Mittag mit auflaufendem Wasser wieder Richtung Norden zum Wattenmeer aufgebrochen. Zunächst mit schönen Wind, aber dann war wieder der Motor am Zuge, allerding bei herrlichstem Kaiserwetter. Tagesziel war der Waddenhaven von Den Over, dem nord-östlichsten Ort der ehemaligen Insel Wieringen, bevor das Ijsselmeer eingedeicht würde und Den Oever zum Festland wurde.

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Während ich den Bericht nun schreibe, liege ich mit LuMMEL in Medemblik am Ijsselmeer, wo ich am Samstagnachmittag nach ein paar Stunden „Bootfahren Ohne Motor“ – also Segeln – angekommen bin. Am Sonntag geht es dann zurück nach Warns, meinem Heimathafen. So endet ein sonniges, aber leider nur Leichtwind-Wochenende mit einem: So what? England muss warten!

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Nachlese

Es waren 96 Tage, die ich unterwegs war. Davon habe ich rund 30 Tage im Hafen verbracht und war an entsprechend 66 Tagen unterwegs. Dabei habe ich 2.211 Seemeilen (ca. 4.100 km) in meinem Kielwasser gelassen. Davon rund 1.400 Seemeilen unter Segeln, der Rest unter Maschine. Ich war 522 Stunden unterwegs. Wäre ich nonstop gesegelt, wären das 22 Tage bei Tag und Nacht…

Von den 96 Tagen war ich an 36 Tagen alleine unterwegs. Das war eine gute Mischung. Meine Verabredungen in Danzig, Riga, Stockholm, Oxelösund und Kopenhagen konnte ich alle ohne Probleme und ohne Hektik  erreichen. Meine Planung war also ziemlich gut und auch das Wetter hat mir diesbezüglich keinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Wetter. Nun ja. Finnen und Schweden, mit denen ich unterwegs gesprochen hatten meinten, der Juli wäre 10° Grad zu kalt gewesen. Das glaube ich gerne, es war für mich zwar ein Segelsommer, aber richtig warm war es eher selten, insbesondere weit im Norden nicht. Über zu viele Regen- und Starkwindtage konnte ich mich aber nicht beklagen. Und wenn, passte es immer einigermaßen gut zur Reiseplanung. Außer beim Kanal fahren am Ende….

Das Bloggen hat total Spaß gemacht. Es war das erste Mal, dass ich so ein Reisetagebuch geführt habe. Manchmal war es aber auch anstrengend, nach einem langen Tag auf dem Wasser noch ein paar möglichst vernünftige Worte zu finden. Und es waren inklusive der Nachlese immerhin 23.600 Worte, die ich geschrieben habe! 250 pro Tag!

Im deutschen, polnischen und baltischen Teil der Reise hatte ich viele Ansatzpunkte auch neben der Natur und der Segelei über politische und geschichtliche Dinge zu schreiben. Auf diesem Teil der Reise fand ich viele Spuren, die von unseren Vätern und Vorvätern dort hinterlassen wurden. Leider häufig nicht immer die Angenehmsten. Umso erfreuter kann man heute darüber sein, wie gern gesehen wir als Gäste in diesen Ländern heute sind.

Der Teil südliches Finnland, die Alands und Schweden waren eindeutig der landschaftlich schönste Teil der Reise. Die Schärenwelt, ob finnisch, aländisch oder schwedisch ist umwerfend. Und das habe ich in diesem Teil versucht, ein wenig „herüber zu bringen“. Die vielen Möglichkeiten, sich hier ein stilles Plätzchen zu suchen, sind einfach genial. Die Finnen und die Schweden haben so viel Platz in ihren jeweiligen Ländern, dass sie auch einen sehr entspannten Umgang mit der Natur, ohne viele Regelungen, pflegen können.

Ab Südschweden hatte die Reise dann schon ein bisschen etwas von Rückweg. Lange Schläge haben mich zügig von Oxelösund via Bornholm, Kopenhagen und Langeland an die deutsche Ostseeküste gebracht. Neben den Großstädten Danzig, Riga und Stockholm, war Kopenhagen schon noch mal ein Highlight. Ich bin froh, die Hauptstadt Dänemarks noch mit auf den Törnplan genommen zu haben. Es hat sich gelohnt!

Nach dem wetterbedingten Kanalintermezzo durch deutsche Landen, wollte ich am Ende der Reise auch noch einen kleinen Einblick in meine seglerische Heimat geben, dem Ijsselmeer und dem niederländischen Watt.

Jedenfalls hätte man an allen besuchten Orten mehr Zeit verbringen können. Aber so ist das, wenn man diese Ostsee-Runde in 3 Monaten macht, muss man an der einen oder anderen Stelle Abstriche machen. Man kann es aber auch so ausdrücken: Ich behalte mir noch ein paar Ostsee-Reiseziel in Petto 🙂

Und was mache ich nun? Ist doch klar: ARBEITEN! Aber vielmehr Sorge mache ich mir um Euch! Was macht ihr nun den ganzen Tag, statt Reiseberichte zu lesen???

In diesem Sinne, danke für eure Mitreise und die vielen netten Kommentare auf der Homepage oder auch per Mail und Whatsapp.

Bis denne, Rainer von der LuMMEL

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Von Ameland nach Warns

Samstag, 29 August 2015
41 Seemeilen

Planung ersetzt Zufall durch den Irrtum… Ich bin zwar um 7:50 Uhr, nur etwas nach der geplanten Zeit abgefahren, aber ich bin am Abend dann nicht in Terschelling gelandet, sondern auf Vlieland, der zweiten westfriesischen Insel, von Westen aus gesehen. Warum? Ganz einfach. Die erste Teilstrecke aus dem Hafen von Ameland hinaus ging zunächst gegen den einlaufenden Flutstrom. Da dieser mit gut 2 Konten an meiner Geschwindigkeit über Grund ordentlich abgeknapst hat, wäre ich erst recht spät am ersten Wattenhoch gewesen. Und ich musste noch zwei weitere davon auf meinem Weg nach Terschelling überqueren. Ein Wattenhoch ist eine Passage in einem Wattfahrwasser, das am höchsten trocken fällt und somit einen hohen Wasserstand zum Überfahren benötigt. Da das Wetter, der Wind und meine Laune gut waren, hatte ich mich dann kurzerhand entschieden, vorbei am Leuchtturm von Ameland einfach auf die Nordsee raus zu gehen und vor den Inseln dann direkt nach Vlieland zu segeln.

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Auf der Nordsee hatte ich den Strom mit mir, so dass ich auf dieser Teilstrecke dann etwas schneller voran kam. Nach 9 Stunden hatte ich Vlieland erreicht. Glücklicherweise waren noch genügend freie Liegeplätze vorhanden, was bei schönem Wetter in der Saison nicht immer so ist. Bei meinem letzten Besuch in Vlieland vor ca. einem Jahr sah es anders aus. Besonders schön ist es, einen Hafen auch bei Niedrigwasser anlaufen zu können, wie es in Vlieland der Fall ist. Dicht vorbei am Strand geht es zur Hafeneinfahrt und gegenüber liegen noch eine paar Plattbodenschiffe und warten auf das auflaufende Wasser. Herrlich!

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Nach dem Essen gab es noch einen kleinen Abendspaziergang ins Dorf. Mein Boot konnte ich bei der Rückkehr nicht verfehlen, bei der Stegbeleuchtung!

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Sonntag 30. August 2015
30 Seemeilen

Das Schicksal eines Seglers im Watt ist nun mal die Tide. So wurde es der dritte Morgen, an dem ich um 6 Uhr raus musste um nicht gegen den Ebbstrom ankämpfen zu müssen. Aber man ist dann nie alleine, anderen geht es genauso. Zunächst ging es aber zwei Seemeilen gegen den Strom, der mit 3 Knoten LuMMEL fast auf der Stelle stehen ließ. Auf dem Foto unten ist die Strömung sehr schön an der Fahrwassertonne zu erkennen. Später, als ich dann Richtung Konrwerderzand (da ist die Schleuse zum Ijsselmeer) das auflaufende Wasser mit mir hatte, wurde ich dann aber mit zeitweise über 9 Knoten Fahrt über Grund belohnt, 6 Knoten Fahrt durchs Wasser unter Segeln plus 3 Knoten Flutstrom. Geil war‘s! Unter unterwegs kam mir ein kleines Böötchen entgegen, welche Erinnerungen wach weden kieß. Eine Kolibri 520. Ein Sperrholzboot. Dieser Bootstyp war meine erste „Yacht“ nachdem ich die Scheine in der Tasche hatte…

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Ob schnell oder langsam. Am Ende trifft man sich immer an der roten Ampel wieder. In diesem Fall an der noch geschlossenen Schleuse. Da war es an einem sonnigen Sonntag natürlich besonders voll, alle mussten nach Hause, das Wochenende war vorbei.

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Die Schleuse in Kornwerderzand liegt am östlichen Ende des 1932 fertig gestellten Abschlussdeiches. Nach immer wieder verheerenden Sturmfluten in der früheren Zuiderzee entschloss man sich, diese von der Nordsee durch einen 7,5 Meter hohen, sturmflutsicheren Deich abzutrennen und dann weite Teile der Zuiderzee einzupoldern, also trocken zu legen. Seither heißt die Zuiderzee Ijsselmeer und ist ein Süßwassermeer mit einer Ausdehnung von 1.100 qkm und ist damit ca. doppelt so groß wie der Bodensee. Neben dem Wassersport hat das Ijsselmeer aber auch eine wichtige Bedeutung zur Wasserregulierung im doch arg flachen Holland sowie zur Trinkwassergewinnung.

Hindeloopen, mein heutiger Zielhafen war also mal ein echter Gezeiten-Hafen. Teilweise kann man das noch gut an den historischen Hafenanlagen erkennen. Heute ist hier nur noch Tourismus angesagt und der ist in Friesland der wichtigste Wirtschaftsfaktor.

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Da ich ja nun dank des Abschlussdeiches nicht mehr in einem Gezeitenrevier bin, kann ich morgen ausschlafen, um dann frisch und munter die letzten Meilen meiner Reise zu meinem Heimathafen im Warns zu schippern.

Montag, 31. August 2015
8 Seemeilen

Morgen ist meteorologischer Herbstbeginn. Und es macht sich schon heute bemerkbar. Nicht von den Temperaturen her, die sind noch recht hoch, vielmehr vom tristen, regnerischen und grauen Erscheinungsbild der Landschaft und der See. Will mir das Wetter an meinem letzten Reisetag etwas sagen???

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Also musste ich tatsächlich auf den letzten paar Meilen meine Regensachen anziehen. Es wehte ein mäßiger Wind aus Nordost, so dass ich mit rund 3 Knoten die kurze Strecke von Hindeloopen zur Schleuse in Stavoren gemütlich segeln konnte.

Seekarten brauche ich hier eigentlich nicht, so vertraut sind mir nach nunmehr fast 20 Jahren Ijsselmeer-Segeln die Landmarken, der am Isselmmeer liegenden Orte wie Makkum, Stavoren, Workum, Lemmer, Medemblik, Enkhuizen, Hoorn und und und…

Dann ging es noch durch die Schleuse in Stavoren und die Brücke in Warns.

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Das kleine, aber schöne Revier für die Wochendsegelei hat mich nun wieder. Und ich freue mich schon, im nächsten Jahr die vielen schönen Orte hier neu zu entdecken.
Bis es vielleicht bald mal wieder auf große Fahrt geht…

Von Bremerhaven nach Ameland

Montag, 24. August 2015
36 Kanalmeilen

Das Niedrigwasser in Bremerhaven war für 13:57 Uhr angesagt. Darauf wollte ich mit der Weiterfahrt warten, denn es machte überhaupt keinen Sinn, gegen die Weser bei ablaufendem Wasser Richtung Süden zur Hunte anzukämpfen. Also bin ich dann zunächst durch die Seeschleuse der Geeste gefahren und bis kurz vor die Mündung in die Weser die letzten Windungen getuckert. Dort habe ich direkt hinter der Kennedybrücke an einem Schwimmsteg festgemacht.

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Die verbleibende Zeit von 3 Stunden bis zum Niedrigwasser habe ich dann für Spaziergänge verwendet. Ein erster Spaziergang führte zu einer Tankstelle in ca. 2 km Entfernung. Bewaffnet mit den beiden leeren 5- und 10-Liter-Kanistern ging es los. Auf meinem Weg kam ich am Yachtafen des Weser-Yachts-Clubs vorbei. Da wurden Erinnerungen wach. Von hier war ich als Mitsegler vor einigen Jahren (gemeinsam mit Niels, meinem Mitsegler im Baltikum) das erste Mal nach Helgoland gestartet und von dort zu einem Regatta-Törn nonstop rund Skagen nach Kiel. Natürlich schaute ich nach, ob das Schiff von damals– eine Comfortina 38 namens Zampano – noch dort lag. Ich musste nicht lange suchen…

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Mit langen Armen kam ich dann mit den gefüllten Kanistern wieder am Boot an. Ein paar Lastwechsel der ungleich großen Kanister sorgten wenigstens dafür, dass die Arme gleich lang blieben.

Ein zweiter Spaziergang führte mich noch ein wenig in die Nähe der Innenstadt, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Einen Supermarkt fand ich dann in einem Einkaufszentrum ganz in der Nähe des Schifffahrtsmuseums von Bremerhaven. Natürlich hat eine Seestadt wie Bremerhaven auch einen Großsegler, den man besichtigen kann, die Seute Deern. Und auch ein U-Boot ist zu bestaunen.

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Nach diesem winzigen Ausflug in Bremerhaven ging es dann zur Niedrigwasserzeit auf die Weser raus. Später – fast zu halben Tide – schob der Flutstrom LuMMEL mit gut 7,5 Konten Richtung Süden. Also war es eine schnelle Passage Richtung Oldenburg, denn auch in der Hunte hatte ich noch den Flutstrom im Rücken. Während die Weser mit einigen schönen Strandpassagen und im Strom liegenden Fischerbooten aufwarten kann, ist die Hunte ein eingedeichter und vollständig gebändigter Flusslauf. Jedenfalls im Unterlauf zwischen Oldenburg und Wesermündung. Links und rechts Deiche mit Steinufer, nix wirklich liebliches…

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In Oldenburg wählte ich den Hafen direkt vor der Schleuse in den Küstenkanal. Kein schlechter Hafen, jedoch für mich in diesem Moment eine schlechte Alternative… Nachdem ich das Hafengeld per Briefumschlag entrichtet hatte, waren meine Bargeldvorräte aufgebraucht. Da das Restaurant keine Karten akzeptierte (sollen sich mal ein Beispiel an den Skandinaviern nehmen, da kann man an jedem Kaffeeautomaten mit Karte bezahlen…), musste ich wohl oder übel mit einer Brotmahlzeit vorlieb nehmen. Der nächste Geldautomat war einige Kilometer entfernt und Brot hatte ich glücklicherweise noch. Den allerletzten Euro verwendete ich zu Duschen.

Dienstag, 25. August 2015
41 Kanalmeilen

Der 4. Kanaltag brach an. Mit Regen. Na toll! Ausgerechnet als ich vor der Schleuse in Oldenburg auf meinen Schleusengang wartete machte nicht diese auf, sondern die Schleuse über mir öffnete die Tore. Der Schleusengang in der Oldenburger Schleuse war für mich einer mit dem bisher größten Hub. Rund 4 Meter ging es von der Hunte hinauf zum Küstenkanal. Da hatte ich ordentlich damit zu tun, die Leinen von einem Poller auf den nächsthöheren umzustecken. Daher auch keine Fotos von dieser Aktion, schade!

Was dann begann, war schon ein wenig eintönig. Aus einigen Gesprächen mit Revierkennern hatte ich schon davon gehört, dass der Küstenkanal recht „langweilig“ sei. Am Anfang dachte ich noch: geht doch, nette Häuschen links und rechts, aber dann brach die Bebauung ab und es kamen recht lange und schnurgerade Passagen. Abwechslung brachten allein einige Industrieanlagen und Torfverladestationen sowie die Begegnungen mit entgegenkommenden Binnenschiffen. Ich habe sie gezählt, es waren genau 8 bis zur Schleuse in Dörpen! Und exakt 4 Sportboote! Mit irgendetwas musste ich mich ja beschäftigen…

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Nach rund 7 Stunden erreichte ich die Schleuse in Dörpen und kurz danach die Einfahrt in die Ems bzw. den Dortmund-Ems-Kanal. Nach einer weiteren Schleuse in Bollingerfähr erreichte ich den Anleger des Ems Yacht Club Lingen in einem alten Emsarm kurz vor der Seeschleuse in Herbrum.

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Als ob ich nicht schon durch Kanalfahrten unter Motor gestraft genug war, kam natürlich kurz nach meiner Ankunft der Hafenmeister (besser gesagt der „Stegwart“) und wollte das Liegegeld kassieren. Bargeld hatte ich natürlich immer noch nicht. Und auch hier kein Geldautomat in „mal eben“ erreichbarer Nähe. Nur eine Tankstelle. Da bin ich also hin und habe kurzerhand für einen barzahlenden Tankkunden per Karte bezahlt und mir das Bargeld von ihm geben lassen. So geht Geldautomat im Emsland…

Nun hatte ich Geld und konnte den Hafen bezahlen. Ich hätte sogar noch genug Geld gehabt, um Essen zu gehen, das in der Nähe des Anlegers angekündigte Restaurant Emsblick hatte seinen Betrieb allerdings von einiger Zeit eingestellt. Also ging es an die letzten Notfall-Vorräte: Nudeln mit Gulasch aus der Dose, lecker, lecker, lecker…

Wie konnte ich mich denn wenigstens noch ein bisschen für den harten Tag belohnen? Nach fast 3 Monaten mal wieder Fernsehen? Gesagt getan. USB-DVB-T-Stick an den PC angeschlossen und den Sendersuchlauf gestartet. Nix. Ein zweites Mal gestartet. Wieder nix. Und ein drittes Mal. Aber auch ohne Erfolg. Also auch kein DVB-T im Emsland. Selbst ein wenig daddeln im Internet fiel heute aus. Kein Netz im Emsland…

Und fast wäre an einem Tag wie diesem ein Höhepunkt fast verloren gegangen. Nach 6 Seemeilen auf dem Küstenkanal hatte ich die 2.000-Seemeilen-Marke geknackt 🙂

Morgen geht es in die Emsland-Metropole Papenburg. Ich werde berichten…

Mittwoch 25. August 2015
54 Kanalmeilen

Ob es daran lag, dass der gestrige Emslandtag nicht ganz so erquickend war, auf jeden Fall war ich dann nicht wie geplant nach Steuerbord zur Seeschleuse nach Papenburg eingebogen, sondern habe mich vom kräftigen Emsstrom einfach daran vorbei treiben lassen. Obwohl der große in Bau befindliche Cruiser Norwegian Escape (325 Meter, 4.200 Passagiere) auf der Meyer Werft schon ein wenig gelockt hat… Im September tritt er dann die Reise – wie ich heute – über die Ems Richtung Nordsee an. Allerdings rückwärts. Wie dieses Teil dann durch die Brücken und das Ems-Sperrwerk passen soll? Wird wohl…

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Nachdem ich dann Papenburg als Etappenziel fallen gelassen habe, nahm ich zunächst Emden ins Visier. Aber kurz vor dem Abzweig dorthin habe ich mich dann doch für Delfzijl und eine Weiterfahrt bis Groningen in den Niederlanden entschieden. Und am nächsten Tag dann weiter nach Lauwersoog, wo ich dann hoffentlich den Mast wieder stellen kann, um den Rest der Reise mit einem Segelboot absolvieren zu können.

Der Abend in Groningen war leider total verregnet. Eine schöne (Studenten-)Stadt, die ich von vorherigen Besuchen schon kenne. Mein Sohn Philipp hat hier ein Jahr gelebt und seinen Master absolviert. Die Rijkuniversität Groningen ist eine der ältesten Hochschulen der Niederlande.

Donnerstag, 26. August 2015
27 Kanalmeilen

Wie geplant, ging es heute dann von Groningen nach Lauwersoog. An einem Tag, den man – rein wettertechnisch – direkt streichen sollte. Es hat den ganzen Tag geschüttet. Teilweise so heftig, dass ich nicht einmal meine Kamera in die Hand nahm, um ein Foto zu machen. Auf jeden Fall erreichte ich am Nachmittag den Yachthafen Noordergat in Lauwersoog am Lauwersmeer. Schon von unterwegs hatte ich mit dem Hafenmeister telefoniert und einen Termin zum Mast stellen vereinbart. Und schon gegen 19:00 Uhr war LuMMEL wieder ein Segelboot! Und beflaggt mit den Gastlandfahnen der bereisten Länder!

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Nach rund 50 Stunden und 235 Seemeilen Kanal tuckern sowie die Passage von ca. 12 Schleusen, hoffte ich dann sehr, dass morgen wieder Segeln angesagt ist! Allerdings bin ich ja nun nicht mehr in der Ostsee, sondern im Wattenmeer von Gezeiten abhängig. Mein Weg morgen sollte mich nach Ameland bringen. Abfahrt von Lauwersoog 3 Stunden vor Hochwasser, damit man alle flachen Stellen gut passieren kann:

  • Hochwasser Lauwersoog: 10:00 Uhr
  • Abfahrt: 7:00 Uhr
  • Aufstehen: 5:30 Uhr

Also nix wie ins Bett….

Freitag, 27. August 2015
19 Seemeilen

Nach der kurzen Nacht ging LuMMEL um 7:00 Uhr als erster des Tages durch die Schleuse nach See. Zu Beginn der Etappe war noch eine ziemliche Suppe mit Sichtweiten von max. 1 Seemeile. Die Fähre von Schiermonnikoog und einige Fischer konnte man aber nicht übersehen.

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Nach einer rund 4,5-stündigen Wattfahrt war ich recht früh auf Ameland und konnte mich nach recht bewegungsarmen Kanal-Tagen mal wieder mit einem Leihfahrrad etwas austoben. Meine kleine Tour führte mich durch den Hauptort Nes mit seinen hübschen Häuschen, zum Strand auf der Nordseite der Insel und zur Station der Seenotrettung in der Ballumerbucht.

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Auf den Fotos sieht man sehr schön, was in diesem Revier die Herausforderungen im Gegensatz zu den Steinen in den Schären Finnlands und Schwedens sind: gelegentlich fehlendes Wasser und Sandhaufen.

Und ich wurde abermals Zeuge einer Rettungsaktion, diesmal am Deich von Ameland. Allerdings sind die Protagonisten in Bronze gegossen! Gott sei Dank!

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Morgen wird es weiter nach Terschelling gehen. 3 Stunden vor Hochwasser, Hochwasser ca. 10:30 Uhr. Abfahrt 7:30 Uhr. Aufstehen 6:00 Uhr. Gute Nacht!

Von Strande nach Bremerhaven

Freitag, 21. August 2015
25 See- und Kanal-Meilen

Nachdem uns am Abend noch der Strander Bürger Kubicki von der FDP über den Weg gelaufen war (der hatte um 18:00 Uhr schon Feierabend?!) machten wir uns am Morgen bei herrlichem Sonnenschein auf den Weg Richtung Kiel-Holtenau zur Schleuse in den Kaiser-Wilhelm-Kanal. So hieß der Kiel Canal (richtig, das ist die internationale Bezeichnung), oder auch Nord Ostsee Kanal bis 1948. Nur unter Genua bummelten wir die rund 5 Seemeilen dahin. Vorbei am Olympiahafen von Kiel-Schilksee, der möglicherweise 2024 eine Renaissance erleben könnte, wenn die Olympischen Spiele nach Hamburg gehen. Vorbei an Laboe mit dem Ehrenmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten. Und auch vorbei am Leuchtturm Friedrichsort, der an der engsten Stelle der Kieler Förde für Orientierung sorgt.

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Nach einer Wartezeit von rund einer Stunde ging es dann in den Kanal. Ein mit uns wartender Niederländer hatte wohl noch nicht bemerkt, dass er schon in Deutschland ist und nicht mehr in Dänemark. Unter seiner Steuerbord-Saling wehte noch die dänische Flagge…

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Mit der Einfahrt in die Schleuse endete dann auch mein Ostseetörn. Aber ich bin mir sicher, nicht das letzte Mal auf eingenem Kiel in der Ostsee gewesen zu sein…

Gemeinsam mit ein paar großen Pötten ging es dann Richtung Rendsburg, wo wir für die Nacht Station gemacht haben. Morgen wird Annette von hier aus die Heimreise per Bahn antreten.

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Samstag, 22. August 2015
47 Seemeilen

Um 8:58 Uhr ging es für Annette wieder Richtung Heimat. Mit Umsteigen in Hamburg. Diesmal werden es nur knapp 2 Wochen sein, die wir uns nicht sehen, also halb so wild…

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Ich begab mich wieder auf die Strecke in den Kanal und passierte das Technik-Denkmal „Rendsburger Hochbrücke“, eine zwischen 1911 und 1913 erbaute Eisenbahnbrücke. Das Besondere: unter der Brücke verkehrt eine Fähre der besonderen Art. Eine „Schwebefähre“ für Autos und Fußgänger.

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Nach ca. 7 Stunden erreichte ich dann die Elbe und begegnete auch gleich wieder einem richtig Großem, dem 350 Meter langen Container Schiff Hyundai Drive auf dem Weg nach Danzig. An der Tonne 45 „Otterndorf 1“ konnte ich dann nach Backbord abbiegen und erreichte mein Tagesziel Otterndorf über ein schmales Prickenfahrwasser.

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Am Abend musste ich noch eine Entscheidung treffen. Die mittelfristigen Wetteraussichten für die Deutsche Bucht versprachen einige Starkwindepisoden in den nächsten Tagen. Die konnte ich aber für die Nordsee und Helgoland nicht gebrauchen. Insbesondere nicht die damit verbundenen Wartetage, denn irgendwie muss ich ja nun bald mal nach Hause… Alternativ zur Nordsee zweigt in Otterndorf auch der Elbe-Weser-Schifffahrtsweg ab. Allerdings kann der Kanal nicht mit stehendem Mast befahren werden. Nach einigem Abwägen und weiteren Blicken in die Wetter-Glaskugel, hatte ich mich dann schweren Herzens für die Kanalpassage entschieden, weil zeitlich einfach besser zu kalkulieren. Also bereitete ich LuMMEL dann am Abend noch für das Legen des Mastes am nächsten Morgen vor: Segel abschlagen und zusammenlegen, den Baum abnehmen und auf Deck festlaschen sowie das laufende Gut sortieren und am Mast befestigen. Alles in allem gut 1,5 Stunden zu tun. Dann aber ab in die Falle…

Sonntag, 23. August 2015
30 Kanalmeilen

Als ich dann am Morgen einige Yachten aus dem Hafen von Otterndorf auslaufen sah, wurde mir doch ein wenig schwer ums Herz. Zu gerne wäre ich mit dem (noch) moderaten Ostwind aus der Elbe hinaus Richtung Nordsee gesegelt… Ich musste oder wollte – wie auch immer – zum Mastenkran und mit Unterstützung des überaus hilfsbereiten und netten Hafenmeisters von Otterndorf meinen Mast legen. Das musste recht zügig gehen, da der Liegeplatz am Kran tidenabhängig war und das Wasser mittlerweile schon recht niedrig war. Auch wollte ich die Schleusung um 9:45 Uhr nicht verpassen.

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Auch wenn ich lieber segele als Motorboot zu fahren muss ich doch sagen, dass weite Teile der Passage des Elbe-Weser-Schifffahrtswegs wirklich sehr schön und fast flussartig sind. Der Kanal wird heute kaum – eigentlich gar nicht mehr – von Berufsschiffen genutzt. Bei Freizeitskippern erfreut er sich aber immer größerer Beliebtheit.

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Nach ca. 8 Stunden gemächlicher Kanalfahrt („Speed“-Limit 8 km/h!!) wurde ich dann am Abend in Bremerhaven von der schon geschlossenen Seeschleuse gestoppt.

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Von hier geht es dann morgen auf die Weser und dann weiter in die Hunte Richtung Oldenburg.

Von Spodsbjerg nach Strande in der Kieler Förde

Montag, 17. August 2015
Sturmtag

Wie schon erwartet. Gestern Abend fing es in Spodsbjerg gegen 21:00 Uhr an zu kacheln. Wind bis Windstärke 7 aus Ost, in einem Hafen, der nach Ost geöffnet ist, ist es dann sehr unruhig. Es pfiff ordentlich im Rigg und LuMMEL schaukelt hin und her. Spodsbjerg an der Ostküste von Langeland ist ein beliebter Hafen für Angler und ein Fischerhafen. Zig Angelboote liegen hier im Hafen. Im Großen Belt sind die Chancen auf einen guten Dorsch- oder auch Flunder-Fang seht gut. Und von hier fahren Fähren auf die Insel Lolland. Also für Segler ist es eher ein Hafen, den man anläuft, wenn der Abend hereinbricht oder andere  wichtige Gründe für das Anlaufen eines Hafens sprechen. Gezielt nach Spodsbjerg segeln offensichtlich nur wenige Yachten. Entsprechend leer waren auch die Stege für Segler. Der Ort gibt auch nicht sehr viel her. Die Highlights sind die beiden Angelläden, in denen man alles bekommt, was das Anglerherz sich wünscht.

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Am Nachmittag haben wir uns dann mit einem FlexiBus in die nächstgrößere Stadt Rudköbing auf den Weg gemacht. Eine Kleinstadt mit einer netten Fußgängerzone, die aber ansonsten keinen Sight-Seeing-Stress auslöst. Aber in einem kleinen Antikladen fand ich endlich den perfekten Harrschneider für mich 🙂

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Am Abend legte der Wind noch einmal eine Schippe zu. Ich konnte auf meinem Windmesser Böen bis 8 Bft. registrieren.

Dienstag, 18. August 205
Sturmtag

Auch heute am Morgen war der Wind noch so stark, dass wir uns nicht aus Spodsbjerg wegbewegt haben. Die Böen waren zwar nicht mehr so stark wie am Abend zuvor, aber immerhin noch ca. 6 Bft. stark. Ein kleines Filmchen gibt nur im Ansatz wieder, wie es dann so auf einem 8-Meter-Boot schaukelt:

Also ein echter Hafentag, an dem wir uns auch nicht wirklich aus dem Hafen herausbewegt haben. Neben dem Waschen habe ich auch einen längst überfälligen „Bootsputz“ gemacht. Einem Besucher hat es dann so gut bei uns gefallen, dass er noch die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen bei uns auf der Reling geblieben ist.

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Der Hafen von Spodsbjerg liegt ja direkt am Großen Belt. Der Große Belt ist eine Hauptverkehrsachse für Frachtschiffe, die aus der zentralen Ostsee ins Kattegat und dann ins Skagerag in die Nordsee gehen. Also kommen hier alle Nase lang große Schiffe vorbei. Aber am Abend sah ich dann ein Schiff, dass man nicht alle Tage sieht, jedenfalls ich nicht. Die Mary Maersk ist mit knapp 400 Metern Länge, gemeinsam mit ca. 20 weiteren Schiffen der Triple E-Klasse, eines der größten Container-Fracht-Schiffe der Welt.

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Mittwoch, 19. August 2015
20 Semeilen

In der Nacht hatte sich der Wind dann soweit beruhigt, dass wir uns gegen 9:30 Uhr auf den Weg nach Bagenkop, an der Südspitze von Langeland gemacht haben. Nun war der Wind aber auf ca. 8 bis 10 Konten abgeschwächt, dass wir bei rund 2 Knoten windbedingter Gegenströmung im Großen Belt keine akzeptable Reisegeschwindigkeit allein unter Segeln erreichen konnten. Also musste zunächst der Yanmar für den notwendigen Vortrieb Richtung Süden sorgen. Erst als wir bereits fast den Leuchtturm Keldsnor im Süden von Langeland erreichten, konnten wir noch zwei Stunden segeln. Bevor wir jedoch in den Hafen fuhren, wollte ich doch nochmal mein Anglerglück versuchen. Und es dauerte auch keine 30 Minuten, bis mir ein schöner Dorsch an den Haken ging, der für eine Annette und mich eine schöne Mahlzeit sein wird!

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Bagenkop ist ähnlich wie Spodsbjerg. Offensichtlich nur viel beliebter bei Seglern, denn es war so voll, dass wir mit Glück noch einen der letzten Plätze ergattern konnten. Und einen kleinen Turm gibt es in Bagenkop in Hafen, von dem man einen schönen Blick auf den Hafen, die Kirche und die vor dem Hafen liegende Ankerbucht hat.

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Und von oben ist mir das Deck einer Yacht aufgefallen, die mir irgendwie bekannt vorkam. Als ich unten war erkannt ich die Maksima von Annette und Karl aus Bad Schwartau, meinem temporären Heimathafen in der Trave, bevor ich auf meine Ostseereise gegangen bin. Karl hatte mich und LuMMEL auch im letzten Jahr nach meinem Motorschaden von Travemünde nach Bad Schwartau geschleppt.

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Die beiden trafen wir dann noch am Strand und hatten bei einem Bierchen noch ein nettes, abendliches Pläuschchen mit ihnen und Roland, einem weiteren Segler aus Bad Schwartau.

Donnerstag, 20. August 2015
27 Seemeilen

Heute ging es zwar nur 27 Meilen weiter Richtung Heimat, aber gefühlt einen Riesenschritt nach Hause. Denn: heute erreichten wir Deutschland. Strande in der Kieler Förde hatten wir uns als Stopp ausgesucht, bevor es dann in den Nord-Ostsee-Kanal geht. Ohne Wind, also mal wieder unter Motor ging es los. Was jedoch wie eine eher langweilige Überfahrt losging, entwickelte sich dann nach und nach doch noch zu einer kurzweiligen und spannenden Passage. Nicht wegen des Windes, nein. Seenebel war es, was für Kurzweil an Bord sorgte. Das erste Mal auf meiner hatte ich Nebel. Schon von weiten sah man die diesige Wand, in die wir hineinfahren mussten. Sichtweiten von max. 100 Metern (reine Schätzung) machten einen aufmerksamen Ausguck notwendig. Ein weiteres kleines Video gibt einen Eindruck:

Nach und nach löste sich dann der Nebel auf und es kamen wieder Schiffe in Sicht, die nicht wirklich weit von uns entfern waren. Segler, Marineschiffe, die Oslo-Fähre und auch der Leuchtturm von Kiel. Und mal wieder eine Robbe, die aus dem Wasser schaute…

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Nach ca. der Hälfte der Strecke zwischen Bagenkop und Strande konnte ich dann auch die dänische Gastlandfahne einholen. Nun habe ich keine mehr übrig, die ich unter die Saling hängen konnte, Außer der niederländischen, aber das ist ja fast Heimat…

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Als wir dann gegen 17:30 Uhr Strande erreichten, hatte sich der Nebel fast ganz aufgelöst und es wurde noch ein schöner und sonniger Restabend.

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Morgen geht es dann in den Nord-Ostsee-Kanal Richtung Nordsee. Apropos… Da komme ich doch zum Ende meiner reise noch auf ein schönes Abschlussrätsel:

Wie ist die internationale Bezeichnung des Nord-Ostsee-Kanals? 

Wie immer können sich die ersten drei richtigen Kommentartoren auf eine handgeschriebene Postkarte freuen. Wenn es passt aus Helgoland!

Von Kopenhagen nach Spodsbjerg, Langeland

Donnerstag 13. August 2015
36 Seemeilen

Bevor es am Morgen losging mussten wir noch unsere Fahrräder zurückbringen und ein paar Besorgungen machen. Auch die Batterien für meine Taschenlampe waren schon recht müde und wollten erneuert werden. Wie sich zwei Tage später zeigt, eine gute Entscheidung.

Um 11 Uhr sind wir dann durch die Brücke am Christianshafen ausgelaufen und auf der Strecke, die ich einige Tage zuvor mit Jörg nach Kopenhagen hinein gefahren bin, ging es nun wieder hinaus. Nach einem Tankstopp ging es dann wieder vorbei an der Öresundbrücke, dem großen Windpark aber dann nicht nach Schweden zurück, sondern weiter Richtung Westen. Vorbei an mächtigen Seezeichen, patroullierenden Marinebooten und an den Stevns Klingt, wo eine alte Kirche ganz nahe auf den Kreide-Klippen steht.

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Wie ich schon erwartet hatte, waren die ersten Stunden eine Angelegenheit für den Motor. Erst gegen 16:00 kam Wind auf, so dass ich die Segel setzten konnte. Der Wind wurde dann aber in kurzer Zeit doch so stark, dass wir uns entschieden, nicht in den Bögestrom einzulaufen, sondern schon 15 Meilen vorher nach Rödvig zu gehen. Zumal über Funk von Lyngby-Radio und Bremen Rescue Sturmwarnungen eingingen. Das war eine gute Entscheidung. Schon bald nach unserer Ankunft frischte der Wind noch einmal kräftig auf und die Wellen nahmen deutlich zu. Gut, dass wir sicher, allerdings etwas unruhig, im Hafen lagen. Allein die Surfer kamen nun „aus ihren Löcher“ heraus, um den starken Wind und die Wellen fürs Preschen über die Wellen zu nutzen.

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Die Nacht wurde sehr unruhig. Bei Windböen bis an die 7 Bft. schaukelte LuMMEL ganz schön…

Freitag, 14. August 2015
Hafentag

Da der Wetterbericht für den ganzen Tag starken bis stürmischen Wind aus Ost voraussagte, blieben wir in Rödvig. Ein kleiner Fischereihafen mit allem, was man für einen Hafentag so braucht. Insbesondere Ziele für ein Landprogramm. Von Rödvig aus führt ein schöner Trampelfahrt auf der Steilküste von Stevns Klint entlang. Auf diesem Weg kommt man vorbei an einem weiteren Zeugen des kalten Kriegs (wie ich schon auf Arholma in Schweden besichtigt habe), der alten Kirche, die wir tags zuvor schon von See gesehen haben und dem Leuchtturm Stevns Klint, der den Schiffen Orientierung im Öresund gibt. 8 Kilometer lang und recht stürmisch war unsere kleine Wanderung. Vom Leuchtturm aus konnten wir dann mit einem Touristenbus kostenlos (!) wieder zurück nach Rödivig fahren. Ein schöner Ausflug!

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Trotz des doch sehr stürmischen Wetters kamen am Nachmittag ein paar Yachten eingelaufen.Einige konnten wir auf unserem Spaziergang in den Wellen sehen. Ausgelaufen war an diesem Tag niemand aus Rödvig.

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Gegen Abend, es mag ca. 19:00 Uhr gewesen sein, konnte man eine 40-Fuss-Yacht beobachten, die ebenfalls versuchte, in den Hafen von Rödvig einzulaufen. Allerdings nur unter Vorsegel. Als sie fast schon im ruhigen Vorhafen war, drehte sie jedoch wieder ab. Ein paar Leute standen am Kai und beobachteten die Situation. Wie ich dann erfuhr, hatte die Crew große Probleme, sie hatten einen Motorschaden und auch die Segel waren nicht mehr voll einsetzbar und das Boot damit nicht mehr voll manövrierfähig. Der Skipper versuchte , in den Hafen unter Segeln einzulaufen. Er unternahm noch einen zweiten Versuch, den er aber auch abbrach.

Ein anderer deutscher Segler, der mit seinem Boot in Rödvig lag, war zufällig im Hafencafe, als dort per Handy bei Cafe-Inhaber der Notruf des Skippers einging. Guido koordinierte daher dann die Rettungsversuche per Handfunkgerät von Land aus, nahm Kontakt mit Lyngby Radio auf und schilderte dort die Situation.

Lyngby Radio beorderte dann ein in der Nähe befindliches, 44 Meter langes Militärboot zum Havaristen, um den Seglern Hilfestellung zu leisten. Dieses war dann auch recht schnell vor Ort. Und aus der Ferne sah man nun auch Leuchtraketen, die von der Crew abgefeuert wurden. Da sich beide Schiffe dann immer weiter vom Hafen entfernten, gingen alle davon aus, dass man eine Lösung gefunden hatte und alle verkrochen sich bei dem heftigen Wind mit einem unguten Gefühl in die Boote. Draußen kachelte es immer noch mit 7 , auch mal 8 Bft und es war mittlerweile dunkel geworden.

Ich beobachtete dann auf meinem Plotter, dass sich das Militärboot plötzlich wieder dem Hafen näherte, erst auf 5 Meilen, dann 4 , dann 3 und bin dann bewaffnet mit Handfunke, Fernglas und Taschenlampe (gut, dass die neue Batterien hatte) auf die Hafenmauer gegangen. Von dort sah ich dann die Lichter der beiden Schiffe auf den Hafen zukommen, Mittlerweile waren auch ein paar andere Segler da und wir machten uns bereit, dem Havaristen bei einer Einfahrt in den Hafen Hilfestellung zu leisten. Allerdings waren wohl die Segel, des Schiffes dann doch soweit soweit demoliert, dass der Skipper das Schiff nicht mehr in den Hafen hinein segeln konnte, sondern an der Einfahrt vorbei direkt auf den Strand zu trieb. Mit den Beinen in der Hand sind wir dann in Richtung Strand gelaufen. Als wir ankamen lag das Boot schon auf der Backe, glücklicherweise nicht auf Steinen, sondern auf Sand. Ein Helfer machte sich dann mit einem langen, von uns mitgebrachten Seil auf den Weg durch das hüfttiefe Wasser, um der 4-köpfigen Crew an Land zu helfen. Währenddessen traf auch ein durch das Militärboot herbeigerufener Helikopter ein, wie wir aber über Funk erfuhren, konnte er in dieser Situation nicht helfen. Er leuchtete lediglich das havarierte Schiff an, um unsere Rettungsarbeit zu unterstützen. Nach und nach kamen dann alle 4 Crewmitglieder sicher an den Strand. Freundliche Dänen mit einem Ferienhaus am Strand haben die Crew dann direkt aufgenommen und sehr verwöhnt, wie mir ein weibliches Crewmitglied am nächsten Morgen erzählte, als sich sie noch einmal am Strand beim havarierten Boot traf. Für sie war es der erste Segeltörn und dann mit so einem katastrophalen Verlauf und Ende…

Die Yacht war am Mittag in Kopenhagen gestartet. Die Wettervorhersage dort sagte wohl deutlich weniger Wind voraus, als es dann tatsächlich wurde. Dies bestätigten auch anderen Segler, die an diesem Tag von Kopenhagen aufgebrochen waren. Ein Motorausfall, gerissene Segel und eine dann sehr erschöpfte und zum Teil unerfahrene und auch seekranke Crew haben zu dieser Strandung geführt. Glücklicherweise am Ende nur mit Sachschaden…

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Samstag, 15. August 2015
19 Seemeilen

Nach der Aufregung am Vortag hat man dann doch ein mulmiges Gefühl, wenn man selber wieder in See sticht. Zumal es am Morgen immer noch recht windig war. Daher hatten wir uns auch erst am Mittag, als es wesentlich ruhiger wurde und auch die Welle etwas moderater war, auf den Weg nach Kalvehamn gemacht. Gemeinsam mit Torben und seiner Comfortina 32, der ebenfalls an der abendlichen Rettung beteiligt war, liefen wir gegen 14:00 Uhr aus Rödvig aus. Halber Wind der Stärke 4 brachte uns recht zügig in den Bögestrom, ein recht geschütztes Fahrwasser nordwestlich der Insel Mön. Waren anfangs noch ein paar vereinzelte 2-Meter-Wellen dabei, wurde es dann aber sehr ruhig und auch der Wind nahm stetig ab. Gemächlich sind wir dann die Strecke bis zu unserem Ziel gesegelt. Am Abend haben wir dann noch mit Torben auf LuMMEL ein Bier getrunken und den Vorabend Revue passieren lassen…

Sonntag, 16 August 2015
50 Seemeilen

Manchmal ist es zum Heulen. Entweder wenig bis gar kein Wind, oder gleich so viel, dass man nicht raus gehen kann. Heute ein Tag mit wenig Wind und morgen wieder Sturm aus Ost. Also hatte ich mich für heute dazu entschieden, am Morgen um 6 Uhr auszulaufen, um eine längere Etappe Richtung Kiel zu absolvieren, idealerweise bis Spodsbjerg (50 SM) oder Bagenkop (65 SM) auf Langeland. Als ich um 6:10 ablegte war gar kein Wind. Also hieß es Motor an und durch den Ulvsund, über den Mellemgrund, unter ein paar hohen Brücken in das Smalands-Fahrwasser und gemeinsam mit ein paar Schwänen weiter in den Großen Belt Richtung Langeland.

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Kurz nach dem Start konnte ich dann aber endlich einmal eine kleine Gruppe von Schweinswalen erspähen, die ebenfalls schon früh unterwegs waren. Für ein Foto haben die Auftauch-Phasen leider nicht gereicht. Aber genau auf diesem Fleck Wasser waren sie eben noch zu sehen:

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Nach fünf Stunden Motorfahrt kam dann auch ein wenig Wind auf, so dass ich zusätzlich zum Motor die Segel setzte. Zeitgleich mit dem Wind trudelten dann auch schon die ersten Starkwind- un Böenwarnungen von Lyngby Radio auf Kanal 16 ein. Also weiter motoren, da der Wind nicht kräftig genug war, um eine gute Geschwindigkeit zu erreichen und den Hafen von Spodsbjerg noch vor dem angesagten Starkwind zu erreichen.

Morgen, übermorgen und mit etwas Pech auch am Mittwoch werden wir hier in Spodsbjerg wohl eingeweht sein. Die Windvorhersage spricht von östlichem Wind bis zu7 Bft. in den nächsten Tagen. Während ich diesen Text schreibe schaukelt es schon wieder ganz schön im Hafen…

Von Rönne nach Kopenhagen

Samstag, 8. August 2015
37 Seemeilen

Der Tag begann mit Dauerregen. Zunächst alles grau in grau. Und auch von Wind keine Rede. Nach dem Frühstück ging es dann trotzdem auf die ca. 35-Seemeilen Etappe in Richtung Ystad. Wir verließen das graue Rönne gemeinsam mit der High-Speed-Fähre Villum Clausen, die allerdings die Strecke nach Ystad in etwas mehr als eine Stunde zurücklegt. Geschwindigkeit: 37 Knoten, ca. 60 km/h… Wir werden sie an dem Tag och ein paar Mal sehen, jeweils in die eine oder andere Richtung…

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Nach ca. 10 Seemeilen mussten wir das Verkehrstrennungsgebiet Borholmsgattet im 90°-Winkel queren. Der zwischenzeitlich aufgekommene Wind war dann jedoch wieder weg, so dass wir uns unter Motor zwischen den Frachtern hindurch schlengelten. Und mitten drin in der „Schiffsautobahn“ begegnete uns ein abgestürzter Luftballon, leider ohne Adressenanhänger. Sonst hätte sich vielleicht ein schwedisches oder dänisches Kind über eine Postkarte von der Ostsee gefreut! Ganz ohne Rätsel!

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Da der Wind nicht besser wurde, hatten wir unser Abendessen mal wieder unterwegs. Die fangfrischen Dorsche landeten in der Pfanne. Und pünktlich als wir den letzten Bissen gegessen hatten, kam eine schöne Abendbrise auf, so dass wir noch die letzten 10 Meilen bis Ystad in den Abend hinein segeln konnten.

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Sonntag, 9. August 2015
37 Seemeilen

Der Tag in Ystad begann ganz anders als der Vortag in Rönne. Herrlicher Sonnenschein weckte uns recht früh am Morgen. Es wird bei Sonnenschein recht schnell warm im Boot, so dass dann das Aufstehen nicht ganz so schwer fällt. Außerdem wollten wir noch Einkaufen und dies mit einem kleinen Bummel durch die „Krimi-Hauptstadt“ Schwedens verbinden.

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Es ist eine nette Stadt, dieses Ystad. Links und rechts der Haupteinkaufsstraße nette Gässchen, ein altes Rathaus und ein katholische Kirche, die Sankt-Marien-Kirche. Der Gottesdienst am Sonntagmorgen fand im Rahmen einer Festveranstaltung schwedischer, norwegischer, dänischer und finnischer Marine statt. Und der Begriff Tyskland in der Ankündigung (siehe Bild unten), lässt auch auf eine deutsche Beteiligung schließen. Deutsche Soldaten hatten wir aber nirgends gesehen.

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Nach diesem sonnigen Bummel durch Ystad starteten wir gegen 12:00 Uhr in Richtung Falsterbo, südlich von Malmö. Dabei ging es u.a. vorbei an dem Fährhafen von Trelleborg, der sicher einigen als „Einfallstor“ für einen Schweden-Besuch bekannt ist. Alte Bekannte aus Travemünde trifft man hier viele. Als wir die Hafeneinfahrt passierten, verließ gerade die Huckleberry Finn den Hafen in Richtung Travemünde, meinen Starthafen der Ostseereise. Und weit weg sah man auch die Peter Pan aus Travemünde anrauschen.

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Nach 8 Stunden herrlichem Sonnenschein-Segeln ging es das letzte Stück bis zu unserem Zielhafen noch durch den Falsterbo-Kanal. Der Falsterbo-Kanal durchsticht die Halbinsel Skanör und macht die Reise von Osten kommend in den Öresund um ca. 8 Seemeilen kürzer. Hinter einer Klappbrücke am nördlichen Ende des Kanals hatten wir dann um 20:00 Uhr den Yachthafen Falsterbokanalen erreicht.

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Montag, 10. August 2015
22 Seemeilen

Heute werden wir Kopenhagen erreichen! Die dänische Hauptstadt hatte ich auf all meinen Planungen im Vorfeld eigentlich nie richtig auf dem Zettel. Erst in Stockholm kam mir der Gedanke, in einigen langen Schlägen Richtung Süden Kopenhagen zu erreichen. Lust meines Mitseglers Jörg vorausgesetzt. Die hatte er! Von Kopenhagen sind dann die Möglichkeiten ganz gut, in relativ kleinen Etappen zwischen den Inseln Falster, Mön, Lolland und Langeland mit Annette Richtung Kiel zu bummeln.

Unser Weg Richtung Kopenhagen führte uns bei eher schwachem Wind vorbei an einem großen Windpark und der Öresund-Brücke zwischen Dänemark und Malmö in Schweden. Das fast 8 Kilometer lange und 204 Meter hohe Bauwerk ist im Jahre 2000 fertig gestellt worden und kostete rund 1 Mrd. €!

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Und es war auch Zeit ein wenig zu dösen oder wichtige Informationen mit der Heimat auszutauschen…

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Am Abend liefen wir dann in Kopenhagen im Christianshafen ein. Ein echter Stadthafen, mitten in einem Kanal des „Venedigs“ des Nordens.

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Dienstag, 11. August 2015
Hafentag

Gleich am Morgen ging es dann zum Flughafen um Annette dort abzuholen. Die (fahrerlose) Metro fährt von der City rund 15 min zum Flughafen.

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Annettes Flug war pünktlich und nach fast 2 Monaten haben wir uns endlich wiedergesehen 🙂 10 Tage werden wir nun gemeinsam Richtung Kiel segeln.

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Am Nachmittag hat dann Jörg den Weg nach Hause angetreten. Jörg und ich  haben, sind in den 10 gemeinsamen  Tagen rund 400 Seemeilen abgesegelt. Am Ende werden das wohl 20% der gesamten zurückgelegten Stecke sein. Danke für die tatkräftige und wirklich nette Begleitung, Jörg!

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Zuvor sind wir aber noch gemeinsam einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgegangen: Einer Turmbesteigung! Die Erlöserkirche in Kopenhagen hat einen interessanten Turm, von dem man einen herrlichen Blick über die Stadt hat.

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Mittwoch, 12. August 2015
Hafentag

Natürlich kann man sich eine Stadt wie Kopenhagen nicht komplett an einem Tag erschießen. Einen guten Eindruck von dem Flair einer Stadt bekommt man aber, wenn man sich mit dem Fahrrad auf den Weg macht. So, wie ich es schon mit Franzi und Konstatin in Stockholm gemacht habe. Man sieht mehr an einem Tag, weil der Radius mit dem Fahrrad ein viel größerer ist. Und man hat keine Blasen an den Füßen vom Laufen, höchstens am Hintern vom Sattel… Außerdem ist Kopenhagen eine sehr fahrradfreundliche Stadt. Breite und gut ausgebaute Radwege führen durch die gesamte City. Morgens und abends sieht man lange Kolonnen an Radlern in die Stadt hinein bzw. wieder heraus.

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Also ging es radelnd vorbei an den Touristenattraktionen Kopenhagens, von denen ich einige abgelichtet habe, nicht alle… Es sind zu viele 😉 Und leider sind im Moment recht viele Baustellen in Kopenhagen. Direkt auf dem Platz vor der Staatstheater und auch auf dem Rathausplatz nahe des Tivolis. Es sieht so aus, als ob die Metro-Linien (U-Bahn) weiter ausgebaut werden. Zufällig kamen wir auch zur richtigen Zeit am Rosenborg-Palast vorbei, als gerade die Wachablösung stattfand. Und natürlich darf die 1,60 große (besser kleine) berühmte Meerjungfrau nicht fehlen. Interessant fand ich am Kreuzfahrtterminal auch den Cruiser „Wind Surf“, der mit seinen fünf Masten wie eine segelnde Badewanne aussieht.

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Besonders gut, insbesondere von innen, hat uns die Frederikskirche – auch Marmorkirche genannt – nahe des Rosenborg-Palastes gefallen.

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Von einem weiteren Ort hätte ich gerne auch Fotos mitgebracht. Von dem Stadtteil der autonomen Szene Christiana unweit des Hafens. Gleich am Anfang stehen jedoch große Schilder, die den Besucher höflich bitten, keine Fotos zu machen. Klar, denn an jeder Ecke wird von Vermummten mit Marihuana aller Qualität und Güte gehandelt… Glücklicherweise gibt es aber Wikipedia. Bitte schön:

https://de.wikipedia.org/wiki/Freistadt_Christiania

Es war ein schöner und sonniger Tag in Kopenhagen, den wir noch mit einem kleinen Konzert einer norwegischen Band in einer Kneipe auf „unserem“ Kanal unweit von LuMMEL beschlossen.

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Kopenhagen hat uns sehr gut gefallen. Eine Stadt, in die wir sicher noch einmal zurückkehren werden! Morgen werden wir dann Kopenhagen verlassen und einen weiteren Schritt gen Heimat machen. So wie es aussieht, werden wir bis zum Nachmittag die Segel nicht auspacken brauchen. Die Windvorhersage ist für morgen recht mau…

Von Kalmar nach Rönne

Mittwoch 5. August 2015
100 Seemeilen, Nachtfahrt

Gegen 12:00 Uhr hatten wir uns auf den Weg gemacht. Vorher noch den Wasser-und Dieseltank gefüllt und die Lebensmittelvorräte ergänzt. Und wir machten noch einen kleinen Umweg am mächtigen Schloß in Kalmar vorbei. Zum Fototermin!

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Danach lud der Wind zunächst leider nicht zum Segeln ein. Nur ein Hauch, der uns unserem Ziel Christiansö/ Bornholm nicht wirklich näher gebracht hätte. Das änderte sich aber bald, so dass wir schon fast auf unserem Zielkurs vorankamen. Leider nicht sehr viel Wind. Ein uns entgegenkommendes Plattbodenschiff hatte daher alles an Segeln gesetzt, was man auch nur bei einem solchen Schiff setzen kann.

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Gegen 22 Uhr brach die Nacht herein, um 23 ging der Mond glutrot auf und es war wieder keine dunkle Nacht. Aber auch keine „weißen Nacht“ mehr, wie auf meinen Nachtfahrten im Baltikum.
Gegen Mitternacht durchquerten wir den Hauptschifffahrtsweg der Ostsee, ohne dass wir eine gefährliche Annäherung mit einem der dort fahrenden, bis zu 250 Meter langen Containerschiffen, Tankern oder Cruisern gehabt hätten. Mitten in dem Schifffahrstweg schlief dann leider der Wind ein, so dass wir die zweite Hälfte der Etappe unter Motor zurücklegen mussten. Immerhin 10 Stunden! Nach dem Wind, schliefen auch wir ein, allerdings abwechselnd, so dass einer immer ein wachsames Auge auf andere Schiffe hatte.

Irgendwann auf der Etappe (nach ca. 25 Seemeilen) habe ich auch die 1.500 Seemeilengrenze geknackt. Fast 3.000 Kilometer bin ich seit nunmehr 70 Tagen schon mit LuMMEL unterwegs! Und auch die letzte Gastlandflagge der Ostseereise wurde gesetzt: Dänemark. Die schwedische kommt aber noch einmal unter die Saling, da es von Bornholm noch nach Ystad in Schweden geht, zu einem Besuch bei Wallander 🙂

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Donnerstag, 6 August 2015
12 Seemeilen

Gegen Morgen um 8 Uhr kamen dann die Ertholmene (Erbseninseln) in Sicht, wovon Christiansö eine ist. Begleitet wurden die letzten Meter von ein paar Robben. Um 10 Uhr machten wir im Südhafen fest. Auf der Seite von Frederiksö, der zweiten bewohnten Insel der kleinen Inselgruppe. Die beiden Inselchen werden durch eine drehbare Brücke miteinander verbunden, die in der Mitte durch eine Krone geziert wird.

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Die Inseln liegen rund 12 Seemeilen nordöstlich von Bornholm. Hier strahlt alles eine angenehme Ruhe aus, wenig Hektik, wenig laute Geräusche. Nur spielende Kinder, Stimmen der Tagebesucher aus Bornholm und ab und zu das Tuckern eines Schiffsmotors. Man hört auch keine bellenden Hunde oder miauende Katzen, die sind nämlich verboten hier, wegen der hier lebenden Vögel, also wirklich was für mich :-).
Die 1684 gegründete Seefestung auf Christiansö wurde 1856 vom letzten Soldaten verlassen. Seither stehen die Fachwerkhäuser, Bastionen und Türme noch genauso da wie einst. Wer einen Urlaub auf Bornholm macht, sollte einen Besuch hier nicht versäumen!

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Und endlich auch mal wieder ein Turm! Ein Leuchtturm, der als erster Dänemarks seit 1805 seinen Dienst versieht. Heute noch mit einer Linse aus dem Jahre 1879!

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Wir hatten uns entschieden, nach einem Frühstück, dem Inselrundgang und einem Bad in der 17° „warmen“ Ostsee (ich habe es ca. 3 Minuten ausgehalten), unsere Weiterfahrt nach Bornholm (Allinge im Nord-Westen hatten wir uns ausgeguckt) gegen 16 Uhr anzutreten. Leider wieder mit nur überschaubarem Wind, so dass wir unterwegs schön Kochen konnten und wir nach unserer Ankunft in Allinge auf Bornholm direkt ein Anlegebier trinken konnten.

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Freitag, 7. August 2015
20 Seemeilen

Bevor es am Morgen auf die Reise ging, konnten wir  einem schwedischen Segler helfen, der in der Hafeneinfahrt auf einen Felsen zu trieb und ihn zurück in den Hafen schleppen. Er hatte Probleme mit seinem Propeller.

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Allinge ist ein schönes, typisches Bornholmer Hafenstädtchen unweit der Festung Hammershus auf den mächtigen Felsen in Richtung Schweden gewandt.

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Einige Zeit hatte es gedauert, bis wir an Hammershus vorbei gesegelt waren, so wenig Wind hatten wir auch heute wieder auf unserer Etappe nach Rönne, der „Hauptstadt“ von Bornholm. Wenig Wind beim Segeln wird von einem „segelnden Angler“ natürlich sofort zur Ergänzung der Vorräte an Frischfrisch genutzt…

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Keine großen Dorsche, aber immerhin ca. 10 Fische, von denen ich die kleinsten allerdings wieder „zum Großwerden“ freigelassen habe, sind auf den Köder heringefallen… Ein frei gelassener ist allerdings nicht schnell genug weggetaucht und dann Opfer einer gefräßigen Möwe geworden, die nun gesättigt drein schaute.

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Aufgrund des weiter spärlichen Windes sind wir  erst gegen 20 Uhr in Rönne angekommen. Vergeblich haten wir noch versucht bei einem späten Bummel durch die Innenstadt einen dänischen Hot-Dog zu ergattern, hatten aber leider nichts mehr gefunden…

Morgen geht es weiter nach Ystad, Also noch einmal zurück nach Schweden. Unser Plan, bis Montag Abend Kopenhagen zu erreichen, schein aufzugehen. Nach Ystad noch ein weiterer Stopp in Falsterbo, dann haben wir Kopenhagen im Visier!

Von Visby nach Kalmar

Sonntag, 2. August
Hafentag

Nach der Ankunft am Morgen haben wir uns nach einem guten Frühstück nochmal für 2 Stunden hingelegt. Erst dann haben wir uns in die Stadt begeben. Schon im Hafen fielen uns viele Leute auf, die im Stil des Mittelalters gekleidet waren. Auf unserem Weg Richtung Stadt und in der Stadt wurden es immer mehr. Dann haben wir mal gefragt und erfahren, dass just heute das weit über die Grenzen Gotlands bekanntes Mittelalterfestival in Visby begann (www.medeltidsveckan.se). Sogar deutsche Besucher kommen nur für diesen Event auf die Insel. Nach und nach, je näher wir dem Festivalgelände kamen, waren wir beide mit den anderen zivil gekleideten Menschen deutlich in der Minderheit. Das gibt einer Stadt wie Visby, mit einer 3,5 Kilometer langen, noch gut erhaltenen, mittelalterlichen Stadtmauer (UNESCO-Kulturerbe) sowie einem historischen Stadtkern mit kleinen verwinkelten Gässchen natürlich ein ganz besonderes Flair.

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Gotland ist die größte Insel in der Ostsee. Der Hauptort Visby ist neben Kalmar eine der beiden schwedischen Städte, die einst zur Hanse gehörte und schon seit 1280 gemeinsam mit Lübeck ein hanseatisches Handels-Bündnis einging. Und sogar schon seit 1.500 vor Christus (!), wurde die Insel von Schiffen und Kaufleuten als Zwischenstation genutzt, die sich mit Ihren Waren Richtung Osten auf den Weg gemacht hatten.

Heute ist Gotland ein Segel- und Surf-Eldorado und ein beliebtes Urlaubsziel der Schweden. In der Hochsaison ist es für Segler zuweilen schwierig, einen Liegeplatz im Hafen von Visby zu bekommen. Da wir recht früh morgens ankamen, hatten wir bei der Suche aber kein Problem. Mit Gotland habe ich einen weiteren Ort für meine mittlerweile endlos lange Liste von Orten besucht, wo ich noch einmal hin möchte…

Mit dem Beginn des Monats August, hat nun das letzte Drittel meiner Reise begonnen. Damit auch die etwas detaillierte Planung der letzten Meilensteine. Da mein derzeitiger Mitsegler Jörg auch ein begeisterter Segler ist, werden wir wohl nun einige längere Schläge machen. Den ersten haben wir ja bereits hinter uns. Abweichend von meiner ursprünglichen Planung, bis zum 11.8. in Bornholm zu sein, haben wir gemeinsam überlegt, bis dahin eventuell bis nach Kopenhagen zu kommen. Es wäre nochmal schön, einen Tag in dieser schönen skandinavischen Metropole zu verbringen und von dort durch die dänischen Inseln (dann gemeinsam mit Annette 🙂 ) nach Kiel zu bummeln! Mal schauen, ob Wind, Wetter und unsere Motivation dies zulassen werden.

Morgen geht es zunächst mal zurück Richtung schwedisches Festland mit noch einem Stopp in Byxelkrog auf der Insel Öland.

Montag, 3. August 2015
47 Seemeilen

Die Nachtfahrt des Vortags hatte doch so geschlaucht, so dass wir es nicht ganz geschafft haben, schon um 8 Uhr aus Visby aus zu laufen. Es wurde fast 10… Dafür aber mit leckeren, mal wieder frischen Brötchen!

Dann wurde unsere Ausfahrt aus dem Hafen auch noch durch eine rückwärts einlaufende Fähre aus Helsinki (die Baltic Queen habe ich auch schon mehrfach auf meiner Reise getroffen) etwas verzögert. Aber da machen wir doch gerne Platz 🙂

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Zum Segeln fehlte uns zunächst leider der Wind, so dass der Motor ran musste. Für Abwechslung sorgte dann ein in Rufweite vorbei fliegendes Kleinflugzeug. Als ich meine Kamera startklar hatte, war es aber fast schon wieder weg. Nach gut der halben Strecke kam dann erster zaghafter Wind, den wir dann auch direkt genutzt haben, um die Segel zu setzen. Der Wind stabilisierte sich auch soweit um 3 Bft, so dass wir die verbleibenden ca.25 Seemeilen unter Segeln zurück zulegen. Gegen 18 Uhr hatten wir den Leuchtturm Lange Erik an der Nordspitze Ölands querab und pünktlich zum Sonnenuntergang mit Sundowner-/Anlegebier sind wir dann auf der Insel Öland im Ort Byxelkrok angekommen.

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Morgen kommt dann der nächste Schlag in Richtung Kopenhagen. Es geht nach Kalmar im Kalmar-Sund.

Dienstag, 4. August 2015
47 Seemeilen

Für heute konnten wir ganztägig guten Segelwind aus der richtigen Richtung erwarten. Unser Kurs nach Kalmar führte uns nach Süd-Süd-West und der Windanzeiger zeigte nach Ost-Süd-Ost mit einer Stärke von 3 bis 4 Bft. Hinzu kam herrlicher Sonnenschein und wenig Welle, da wir in Lee der Westküste Ölands segelten. Also für den Wind keine lange Distanz über das Wasser, um eine Welle aufbauen zu können. Also beste Bedingungen.

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Bei der Gelegenheit mal wieder ein kleines Rätsel:
Süd-Süd-West… Ost-Süd-Ost…
Für wie viel Grad stehen eigentlich diese Richtungen auf der Kompassrose?
Die erste richtige Antwort als Kommentar zu diesem Beitrag(in) wird wieder mit einer handgeschriebenen Postkarte belohnt!

Die Hauptarbeit hatte auch heute mal wieder die Windsteueranlage. Zeit also für die Crew ein wenig am Blog zu schreiben oder ein Buch in die Hand zu nehmen.

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Und ein weiteres denkwürdiges Ereignis war heute. Das erste Mal konnten wir den Abstand zu einem hinter uns fahrendem Segler deutlich vergrößern. Wir hatten den Hafen von Byxelkrok gemeinsam verlassen und das kleine deutsche Schiff war noch kleiner als LuMMEL und damit auch potentiell langsamer als wir. Das kam bisher noch nicht so oft auf der Reise vor, dass ich kleineren Segelbooten auf dem Wasser begegnet bin.

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Gegen 18 Uhr passierten wir dann die Kalmarsund-Brücke, die das schwedische Festland mit Öland verbindet. Und bei unserem abendlichen Rundgang durch das nach unserem Abendessen schon dunkle Kalmar, konnten wir auch das schön beleuchtete Schloss bewundern.

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Den morgigen Tag werden wir etwas ruhiger angehen. Wir müssen unsere Vorräte ein wenig auffüllen und wollen dann erst am späten Vormittag zu einem größeren Sprung direkt nach Bornholm oder eventuell auch nach Christiansö aufbrechen. Für die rund 100 Seemeilen gehe ich von ca. 20 bis 25 Stunden Reisedauer aus. Wenn der Wind stimmt…