Ein stürmischer Start…

…oder auch wegen Sturm kein Start 😦

So sieht es aus. Kein Start. Leider. Es war schon die ganze Woche absehbar, dass es ab Donnerstag Mittag an der Nordsee, insbesondere in der Deutschen Bucht, recht stürmisch wird. Genau unser Start in den Urlaub an dem wir eigentlich direkt nach Helgoland durchstarten wollten.Nach einem halben Arbeitstag sind wir mit dem Zug Richtung Norddeich Mole aufgebrochen. Schon beim Aussteigen aus dem Zug blies uns dann auch ein 6 bis 7 Bft.-Lüftchen entgegen. Der Fußmarsch vom Hafen mit Sack und Pack war feucht und anstrengend. Entsprechend unruhig war dann auch die Nacht in der Koje. Der Wind drehte zuweilen in Boen auf bis zu 9 Windstärken auf und sorgte für eine gewaltige Geräuschkulisse und Bewegung im Schiff, fast wie auf hoher See. An ein Auslaufen am Freitag Morgen war also kein Denken. Also Plan B. Stadtbesichtigung. Besser Ortsbesichtigung. Ort dieser Besichtigung: Norden. Mit dem Bus oder Zug ca. 15 min. von Norddeich entfernt. Kein Ort, zu dem man explizit eine Städtereise planen würde aber für einen wetterbedingten Hafentag ein schönes Ziel. Zumal wir bei den Dreharbeiten einer Szene zu einem der nächsten Ostfriesenkrimis (Verfilmung der gleichnamigen Romane von Klaus-Peter Wolf) u.a. mit den Hauptdarstellern Christane Paul und Barneby Metschurat beiwohnen konnten.

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Neben einem Bummel durch die Einkaufsstraße, einem Besuch am alten Hafen und auf dem Historischen Marktplatz, haben wir auch ein Museum besucht. Besonders interessant für seefahrtinteressierte Leute. Das Museum Norddeich Radio. In den Zeiten vor Satelliten- und Mobilfunkkommunikation, hat Norddeich Radio die gesamte Schiff-Land-Kommunikation abgewickelt. Wollte man damals also eine „WhatsApp“ an seinen Liebsten auf See schicken, musste man zunächst zur Post gehen und dort den Test aufschreiben. Dieser wurde dann von Datentypistinnen erfasst und per Funk übertragen. Auf dem Schiff wurden dann die Funksprüche aufgefangen, aufgeschrieben und dem Empfänger ausgehändigt. Und nach eine paar Stunden (im Idealfall) hielt der Empfänger seine „WhatsApp“-Nachricht in Händen. Einige weitere Stunden später, war dann sicher auch eine Antwort da… 1998 wurde der Betrieb von Norddeich Radio aufgrund der fortschreitenden Technisierung der Kommunikationsmöglichkeiten eingestellt. Aber noch heute kann man gehörigen Respekt vor den Ingenieuren dieser Zeit haben, die diese Kommunikationseinrichtungen geschaffen haben.

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Am nächsten Hafentag – der Wind wollte einfach nicht abflauen – haben wir uns dann in Norddeich die Zeit vertrieben. Ein wenig am Strand entlang bummeln und durch den Hafen schlendern, eine paar Bastelarbeiten am Boot und ein Spaziergang zur Tankstelle um den Dieselvorrat aufzufüllen. Weit wollten wir uns nicht wegbewegen, denn für den Abend hatten wir schon eine Location für das Spiel Deutschland gegen Schweden erkundschaftet und da sollte man nicht zu spät ankommen, wollte man noch einen guten Platz ergattern… Den hatten wir dann auch und wurden jedenfalls vom Ergebnis her belohnt.

Den Sonntag wollten wir dann aber nicht auch noch in Norddeich verbringen. Wenigsten bis nach Norderney, um mal etwas anderes zu sehen. Sind ja nur ca. 7 Seemeilen. Also ging es dann nach dem Frühstück mit ablaufendem Wasser und gegen den Wind ins Busetief. Segeln konnten wir leider nicht, hatten wir doch den Wind genau auf der Nase… Nur die letzte halbe Stunde hatte ich dann noch die Genua ausgerollt, nachdem wir nach Osten Richtung Hafen abdrehen konnten. Belohnt wurden wir dann mit einem recht schönen (allerdings nicht vom Wetter her) Resttag auf Norderney. Nach einem schönen Spaziergang vom Hafen über den Nordstrand bis zur weißen Düne haben wir uns dort dann ein ausgezeichnetes Abendessen gegönnt.

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Am Montag sollte es dann aber soweit sein. Der verspätete Start Richtung Helgoland. Der Wind war mit „um die 5 Bft. aus NNW“ angesagt und wir wollten gegen 5:00 Uhr in der Früh (eine halbe Stunde nach Niedrigwasser Norderney starten. Eigentlich ist die beste Startzeit wohl eine Stunde vor Niedrigwasser, so hat man eine lange Tide Richtung Osten, die einen gut und lange schieben kann, aber 3:30 Uhr war mir dann doch zu früh… Also ging es zunächst mit Gegenströmung auf die ersten Meilen im Dovetief, bis wir dann bald der Strom Richtung Osten mit uns hatten. Gleichzeitig wurde es im Seegat auch recht kabbelig mit kurzen, unangenehmen Wellen. Nach ca. 1,5 Stunden hatten wir dann die 10-Meter-Linie erreicht und die Wellen wurden etwas länger. An den Wellen merkte man allerdings auch, dass die Tage zuvor starker Wind war. Sie waren ein wenig höher und ungeordneter als es der aktuelle Wind eigentlich hätte verursachen können. Mit erstem Reff im Groß und der Genua wurde es also eine schaukelige, aber auch recht zügige Fahrt Richtung Helgoland. Für die rund 45 Seemeilen benötigten wir ca. 7 Stunden. Das macht einen Schnitt von ca. 6 Knoten, was für mein Boot schon ein beachtlicher Wert ist. Nach dem Festmachen im Nord-Ost-Hafen beim WSC Helgoland und einem späten Frühstück machten wir uns dann auf den obligatorischen Inselrundgang. Eiergrog in der Buten Kuh, Lummenfelsen und natürlich zur langen Anna. Es ist ein schöner Rundgang  um die Insel mit vielen Tafeln, auf denen die wechselvolle Geschichte Helgolands und die Natur der Insel dem Besucher näher gebracht wird. Nicht zuletzt auch ein erster Blick in die zahlreichen Duty-Free-Shops, denn auf Helgoland kann zoll- und mehrwertsteuerfrei eingekauft werden.

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Morgen bleiben wir noch einen Tag hier, um auch die andere Hälfte der Insel, die Sand-Düne, zu besuchen.

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9 Gedanken zu “Ein stürmischer Start…

  1. Ingrid Hoffmann

    Hallo Rainer, für dich toll! Hätte ich au ch so empfunden…für Annette nicht so toll…Gut, das ihr gelandet seid! Jetzt vielleicht Sonne, weniger Wind Richtung Sylt!!! LG Ingrid

  2. Anonymous

    Na das liest sich doch klasse!! 🙂 Ich wünsche euch ein gutes Weiterkommen mit aus eurer Sicht passenden Winden.

  3. Da wünsche ich doch dringend einen guten Draht zu den Wettergöttern, dass die Pein mit zu viel Wind und Wellen anklingen möge. Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

      1. Richtig, bitte nicht weiter anklingen 😉 Ich hoffe, wir haben unser Kontingent für Starkwindtage aufgebraucht. Ab jetzt bitte Sonne und 3 Bft.

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