Harwich und River Deben

5. Tag: Von Woolverstone nach Harwich, 6 sm Flußfahrt

Gestern Abend kam dann noch eine WhatsApp von Dirk. Die beiden hatten sich angesichts des Wetterberichtes dazu entschieden, schon den Heimweg auf den Kontinent anzutreten. Ein Wiedersehen mit gemeinsamer Weiterfahrt in den River Deben sollte es also nicht geben. Wenn man – wie die beiden – nur ein recht begrenztes Zeitfenster hat, sollte man nicht zögern eine schnelle Entscheidung zu treffen. Eine Schlechtwetterphase könnte ansonsten eine Rückfahrt unmöglich machen (zwischenzeitlich sind die beiden wieder sicher in Vlissingen/Zuid-Holland angekommen).

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Die ersten Tage – Es geht los!

1. Tag: Warns – Amsterdam: 43 SM, 10 Stunden, 3 Schleusen

Nachdem wir gestern Abend um ca. 20 Uhr in Warns angekommen waren, alles verstaut hatten (ich glaube, auf meiner 3-monatigen Ostseerunde war auch nicht mehr an Bord), konnte es heute Morgen losgehen. Um 9:15 Uhr hatten wir uns mit Dirk und seinem Mitsegler Uli an der Schleuse in Stavoren zum Palaver verabredet. Also zu einer Absprache darüber, wie und auf welchem Wege wir nun zu den Engländern rüber machen.

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Auf nach England!

Der Urlaub naht 🙂 In zwei Wochen geht es los. Die Segelreise soll Annette und mich in diesem Jahr nach England bringen. Genauer gesagt an die ostenglische Küste. Auch wenn in verschiedenen Segel-Foren nur von der „hässlichen englischen Ostküste“ gesprochen wird, so freue ich mich doch schon sehr und bin eigentlich davon überzeugt, auch dort ein paar hübsche Flecken zu finden. Weiterlesen

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LuMMEL wird berühmt…

..naja, zumindest ist mein Boot in der Zeitung 🙂

Im Sommer letzten Jahres wurde ich von Alexander Worms, einem Redakteur des größten deutschen Segelmagazins Yacht (www.yacht.de) angesprochen, ob ich mein Boot für einen Gebrauchtbootstest zur Verfügung stellen würde. Die Überraschung war groß, dass die Wahl für einen solchen Test auf LuMMEL fallen würde und nach einigen Emails und organisatorischer Klärungen (Termin, Versicherung etc.) hat dieser Test dann an einem Wochenende im Juni 2016 in Lelystad, NL stattgefunden. Weiterlesen

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So what?

Seit meiner langen Ostseereise im letzten Jahr habe ich mich hier sehr rar gemacht. Anderen Dingen musste mal wieder Priorität gegeben werden! Es gab aber auch keine großen seglerischen Ereignisse mehr im Jahr 2015. Noch zwei, drei Wochenend-Segeleien und dann kam LuMMEL bald auch schon ins verdiente Winterlager.

Seit Ostern schwimmt LuMMEL wieder und wartet natürlich auf große Fahrt! Und die sollte es auch gleich am Anfang der Saison – am Himmelfahrtswochenende – geben. Nicht wieder ein paar Monate, nein, nur ein paar Tage. Aber dafür einmal quer über die Nordsee nach England, Fish’n Chips essen und wieder retour. Bei optimalen (Wetter- und Wind-)Bedingungen eigentlich gut zu schaffen. Östliche Winde sollten mich gut Richtung England ´rüber bringen und für die Rückfahrt hatte ich schon mal genug Diesel dabei, da eher wenig Wind und auch nicht aus der optimalen Richtung angesagt war. Eine Richtung von Warns nach Lowestoft in Ostengland, das war mein genaues Ziel, rund 140 nautische Meilen, ca. 260 km. 35 Stunden hin, 35 Stunden zurück, so meine Kalkulation bei 4 Knoten Fahrt. So ein langes WE hat ja immerhin rund 100 Stunden 😉

Also ging es am Mittwochmittag, ausgerüstet mit den aktuellsten Seekarten, einer britischen Gastlandflagge, Diesel und reichlich Lebensmitteln, mit dem Auto zum Boot, am späten Nachmittag über das Ijsselmeer durch die Stevinssluis in die Nordsee und um 23 Uhr war ich in Den Helder, dem wichtigsten niederländischem Marinehafen und meinem geplanten Absprungort nach Lowestoft.

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Den Absprung über den „kleinen Teich“ hatte ich dann am Donnerstag morgen um 7:30 Uhr zu Hochwasserzeit gewagt. Vorbei am Leuchturm Huisduinen am Seegat zwischen Texel und Nord-Holland, schob mich das ablaufende Wasser und die schöne östliche Brise dann auch recht zügig vom Wattenmeer auf die offene Nordsee hinaus. Bereits nach ca. 5 Stunden war es dann vorbei mit der Herrlichkeit, der Wind wurde sehr schwach, so dass ich den Motor zur Hilfe nehmen musste. Klar, dass man evtl. zwischendurch mal den Motor brauchen würde. Vorbei ging es an einigen Ölplattformen und Frachtschiffen.

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Aber der Wind kam leider nicht wider… So war das allerdings nicht geplant :-(. Gegen 19:00
Uhr, zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. die Hälfte geschafft, kamen mir allerdings Zweifel, ob es wirklich Spaß macht, noch weitere 12 bis 15 Stunden unter Motor weiter zu fahren. Zumal der Rückweg noch mit schon eingeplanter Motorzeit anstand. Schweren Herzens entschloss ich mich dann, meine „ Eroberung der britischen Krone“ auf ein anderes Mal zu verschieben. Bei etwas mehr Zeit und etwas mehr Wind.

Umkehr

Also kehrt Marsch und zurück nach Holland, statt Fish’n Chips also doch „nur“ Frikandel Spezial. Auch lecker! Gegen 6 Uhr morgens war ich dann in Ijmuiden angekommen. Müde aber mit meiner Entscheidung im Reinen. Zur Belohnung bin ich dann die letzten Stunden durch die doch noch recht kalte Nacht (6° C) bei moderatem Wind und gegenläufiger Strömung gesegelt.
Nach einer Mütze Schlaf und Motorraum leer Pumpen (durch eine nicht festgezogene Entlüftungsschraube sind während der langen Fahrt ca. 1,5 Liter Diesel im Motorraum ausgelaufen ) bin ich dann am Mittag mit auflaufendem Wasser wieder Richtung Norden zum Wattenmeer aufgebrochen. Zunächst mit schönen Wind, aber dann war wieder der Motor am Zuge, allerding bei herrlichstem Kaiserwetter. Tagesziel war der Waddenhaven von Den Over, dem nord-östlichsten Ort der ehemaligen Insel Wieringen, bevor das Ijsselmeer eingedeicht würde und Den Oever zum Festland wurde.

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Während ich den Bericht nun schreibe, liege ich mit LuMMEL in Medemblik am Ijsselmeer, wo ich am Samstagnachmittag nach ein paar Stunden „Bootfahren Ohne Motor“ – also Segeln – angekommen bin. Am Sonntag geht es dann zurück nach Warns, meinem Heimathafen. So endet ein sonniges, aber leider nur Leichtwind-Wochenende mit einem: So what? England muss warten!

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Nachlese

Es waren 96 Tage, die ich unterwegs war. Davon habe ich rund 30 Tage im Hafen verbracht und war an entsprechend 66 Tagen unterwegs. Dabei habe ich 2.211 Seemeilen (ca. 4.100 km) in meinem Kielwasser gelassen. Davon rund 1.400 Seemeilen unter Segeln, der Rest unter Maschine. Ich war 522 Stunden unterwegs. Wäre ich nonstop gesegelt, wären das 22 Tage bei Tag und Nacht…

Von den 96 Tagen war ich an 36 Tagen alleine unterwegs. Das war eine gute Mischung. Meine Verabredungen in Danzig, Riga, Stockholm, Oxelösund und Kopenhagen konnte ich alle ohne Probleme und ohne Hektik  erreichen. Meine Planung war also ziemlich gut und auch das Wetter hat mir diesbezüglich keinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Wetter. Nun ja. Finnen und Schweden, mit denen ich unterwegs gesprochen hatten meinten, der Juli wäre 10° Grad zu kalt gewesen. Das glaube ich gerne, es war für mich zwar ein Segelsommer, aber richtig warm war es eher selten, insbesondere weit im Norden nicht. Über zu viele Regen- und Starkwindtage konnte ich mich aber nicht beklagen. Und wenn, passte es immer einigermaßen gut zur Reiseplanung. Außer beim Kanal fahren am Ende….

Das Bloggen hat total Spaß gemacht. Es war das erste Mal, dass ich so ein Reisetagebuch geführt habe. Manchmal war es aber auch anstrengend, nach einem langen Tag auf dem Wasser noch ein paar möglichst vernünftige Worte zu finden. Und es waren inklusive der Nachlese immerhin 23.600 Worte, die ich geschrieben habe! 250 pro Tag!

Im deutschen, polnischen und baltischen Teil der Reise hatte ich viele Ansatzpunkte auch neben der Natur und der Segelei über politische und geschichtliche Dinge zu schreiben. Auf diesem Teil der Reise fand ich viele Spuren, die von unseren Vätern und Vorvätern dort hinterlassen wurden. Leider häufig nicht immer die Angenehmsten. Umso erfreuter kann man heute darüber sein, wie gern gesehen wir als Gäste in diesen Ländern heute sind.

Der Teil südliches Finnland, die Alands und Schweden waren eindeutig der landschaftlich schönste Teil der Reise. Die Schärenwelt, ob finnisch, aländisch oder schwedisch ist umwerfend. Und das habe ich in diesem Teil versucht, ein wenig „herüber zu bringen“. Die vielen Möglichkeiten, sich hier ein stilles Plätzchen zu suchen, sind einfach genial. Die Finnen und die Schweden haben so viel Platz in ihren jeweiligen Ländern, dass sie auch einen sehr entspannten Umgang mit der Natur, ohne viele Regelungen, pflegen können.

Ab Südschweden hatte die Reise dann schon ein bisschen etwas von Rückweg. Lange Schläge haben mich zügig von Oxelösund via Bornholm, Kopenhagen und Langeland an die deutsche Ostseeküste gebracht. Neben den Großstädten Danzig, Riga und Stockholm, war Kopenhagen schon noch mal ein Highlight. Ich bin froh, die Hauptstadt Dänemarks noch mit auf den Törnplan genommen zu haben. Es hat sich gelohnt!

Nach dem wetterbedingten Kanalintermezzo durch deutsche Landen, wollte ich am Ende der Reise auch noch einen kleinen Einblick in meine seglerische Heimat geben, dem Ijsselmeer und dem niederländischen Watt.

Jedenfalls hätte man an allen besuchten Orten mehr Zeit verbringen können. Aber so ist das, wenn man diese Ostsee-Runde in 3 Monaten macht, muss man an der einen oder anderen Stelle Abstriche machen. Man kann es aber auch so ausdrücken: Ich behalte mir noch ein paar Ostsee-Reiseziel in Petto 🙂

Und was mache ich nun? Ist doch klar: ARBEITEN! Aber vielmehr Sorge mache ich mir um Euch! Was macht ihr nun den ganzen Tag, statt Reiseberichte zu lesen???

In diesem Sinne, danke für eure Mitreise und die vielen netten Kommentare auf der Homepage oder auch per Mail und Whatsapp.

Bis denne, Rainer von der LuMMEL

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Von Ameland nach Warns

Samstag, 29 August 2015
41 Seemeilen

Planung ersetzt Zufall durch den Irrtum… Ich bin zwar um 7:50 Uhr, nur etwas nach der geplanten Zeit abgefahren, aber ich bin am Abend dann nicht in Terschelling gelandet, sondern auf Vlieland, der zweiten westfriesischen Insel, von Westen aus gesehen. Warum? Ganz einfach. Die erste Teilstrecke aus dem Hafen von Ameland hinaus ging zunächst gegen den einlaufenden Flutstrom. Da dieser mit gut 2 Konten an meiner Geschwindigkeit über Grund ordentlich abgeknapst hat, wäre ich erst recht spät am ersten Wattenhoch gewesen. Und ich musste noch zwei weitere davon auf meinem Weg nach Terschelling überqueren. Ein Wattenhoch ist eine Passage in einem Wattfahrwasser, das am höchsten trocken fällt und somit einen hohen Wasserstand zum Überfahren benötigt. Da das Wetter, der Wind und meine Laune gut waren, hatte ich mich dann kurzerhand entschieden, vorbei am Leuchtturm von Ameland einfach auf die Nordsee raus zu gehen und vor den Inseln dann direkt nach Vlieland zu segeln.

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Auf der Nordsee hatte ich den Strom mit mir, so dass ich auf dieser Teilstrecke dann etwas schneller voran kam. Nach 9 Stunden hatte ich Vlieland erreicht. Glücklicherweise waren noch genügend freie Liegeplätze vorhanden, was bei schönem Wetter in der Saison nicht immer so ist. Bei meinem letzten Besuch in Vlieland vor ca. einem Jahr sah es anders aus. Besonders schön ist es, einen Hafen auch bei Niedrigwasser anlaufen zu können, wie es in Vlieland der Fall ist. Dicht vorbei am Strand geht es zur Hafeneinfahrt und gegenüber liegen noch eine paar Plattbodenschiffe und warten auf das auflaufende Wasser. Herrlich!

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Nach dem Essen gab es noch einen kleinen Abendspaziergang ins Dorf. Mein Boot konnte ich bei der Rückkehr nicht verfehlen, bei der Stegbeleuchtung!

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Sonntag 30. August 2015
30 Seemeilen

Das Schicksal eines Seglers im Watt ist nun mal die Tide. So wurde es der dritte Morgen, an dem ich um 6 Uhr raus musste um nicht gegen den Ebbstrom ankämpfen zu müssen. Aber man ist dann nie alleine, anderen geht es genauso. Zunächst ging es aber zwei Seemeilen gegen den Strom, der mit 3 Knoten LuMMEL fast auf der Stelle stehen ließ. Auf dem Foto unten ist die Strömung sehr schön an der Fahrwassertonne zu erkennen. Später, als ich dann Richtung Konrwerderzand (da ist die Schleuse zum Ijsselmeer) das auflaufende Wasser mit mir hatte, wurde ich dann aber mit zeitweise über 9 Knoten Fahrt über Grund belohnt, 6 Knoten Fahrt durchs Wasser unter Segeln plus 3 Knoten Flutstrom. Geil war‘s! Unter unterwegs kam mir ein kleines Böötchen entgegen, welche Erinnerungen wach weden kieß. Eine Kolibri 520. Ein Sperrholzboot. Dieser Bootstyp war meine erste „Yacht“ nachdem ich die Scheine in der Tasche hatte…

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Ob schnell oder langsam. Am Ende trifft man sich immer an der roten Ampel wieder. In diesem Fall an der noch geschlossenen Schleuse. Da war es an einem sonnigen Sonntag natürlich besonders voll, alle mussten nach Hause, das Wochenende war vorbei.

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Die Schleuse in Kornwerderzand liegt am östlichen Ende des 1932 fertig gestellten Abschlussdeiches. Nach immer wieder verheerenden Sturmfluten in der früheren Zuiderzee entschloss man sich, diese von der Nordsee durch einen 7,5 Meter hohen, sturmflutsicheren Deich abzutrennen und dann weite Teile der Zuiderzee einzupoldern, also trocken zu legen. Seither heißt die Zuiderzee Ijsselmeer und ist ein Süßwassermeer mit einer Ausdehnung von 1.100 qkm und ist damit ca. doppelt so groß wie der Bodensee. Neben dem Wassersport hat das Ijsselmeer aber auch eine wichtige Bedeutung zur Wasserregulierung im doch arg flachen Holland sowie zur Trinkwassergewinnung.

Hindeloopen, mein heutiger Zielhafen war also mal ein echter Gezeiten-Hafen. Teilweise kann man das noch gut an den historischen Hafenanlagen erkennen. Heute ist hier nur noch Tourismus angesagt und der ist in Friesland der wichtigste Wirtschaftsfaktor.

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Da ich ja nun dank des Abschlussdeiches nicht mehr in einem Gezeitenrevier bin, kann ich morgen ausschlafen, um dann frisch und munter die letzten Meilen meiner Reise zu meinem Heimathafen im Warns zu schippern.

Montag, 31. August 2015
8 Seemeilen

Morgen ist meteorologischer Herbstbeginn. Und es macht sich schon heute bemerkbar. Nicht von den Temperaturen her, die sind noch recht hoch, vielmehr vom tristen, regnerischen und grauen Erscheinungsbild der Landschaft und der See. Will mir das Wetter an meinem letzten Reisetag etwas sagen???

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Also musste ich tatsächlich auf den letzten paar Meilen meine Regensachen anziehen. Es wehte ein mäßiger Wind aus Nordost, so dass ich mit rund 3 Knoten die kurze Strecke von Hindeloopen zur Schleuse in Stavoren gemütlich segeln konnte.

Seekarten brauche ich hier eigentlich nicht, so vertraut sind mir nach nunmehr fast 20 Jahren Ijsselmeer-Segeln die Landmarken, der am Isselmmeer liegenden Orte wie Makkum, Stavoren, Workum, Lemmer, Medemblik, Enkhuizen, Hoorn und und und…

Dann ging es noch durch die Schleuse in Stavoren und die Brücke in Warns.

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Das kleine, aber schöne Revier für die Wochendsegelei hat mich nun wieder. Und ich freue mich schon, im nächsten Jahr die vielen schönen Orte hier neu zu entdecken.
Bis es vielleicht bald mal wieder auf große Fahrt geht…

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Von Bremerhaven nach Ameland

Montag, 24. August 2015
36 Kanalmeilen

Das Niedrigwasser in Bremerhaven war für 13:57 Uhr angesagt. Darauf wollte ich mit der Weiterfahrt warten, denn es machte überhaupt keinen Sinn, gegen die Weser bei ablaufendem Wasser Richtung Süden zur Hunte anzukämpfen. Also bin ich dann zunächst durch die Seeschleuse der Geeste gefahren und bis kurz vor die Mündung in die Weser die letzten Windungen getuckert. Dort habe ich direkt hinter der Kennedybrücke an einem Schwimmsteg festgemacht.

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Die verbleibende Zeit von 3 Stunden bis zum Niedrigwasser habe ich dann für Spaziergänge verwendet. Ein erster Spaziergang führte zu einer Tankstelle in ca. 2 km Entfernung. Bewaffnet mit den beiden leeren 5- und 10-Liter-Kanistern ging es los. Auf meinem Weg kam ich am Yachtafen des Weser-Yachts-Clubs vorbei. Da wurden Erinnerungen wach. Von hier war ich als Mitsegler vor einigen Jahren (gemeinsam mit Niels, meinem Mitsegler im Baltikum) das erste Mal nach Helgoland gestartet und von dort zu einem Regatta-Törn nonstop rund Skagen nach Kiel. Natürlich schaute ich nach, ob das Schiff von damals– eine Comfortina 38 namens Zampano – noch dort lag. Ich musste nicht lange suchen…

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Mit langen Armen kam ich dann mit den gefüllten Kanistern wieder am Boot an. Ein paar Lastwechsel der ungleich großen Kanister sorgten wenigstens dafür, dass die Arme gleich lang blieben.

Ein zweiter Spaziergang führte mich noch ein wenig in die Nähe der Innenstadt, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Einen Supermarkt fand ich dann in einem Einkaufszentrum ganz in der Nähe des Schifffahrtsmuseums von Bremerhaven. Natürlich hat eine Seestadt wie Bremerhaven auch einen Großsegler, den man besichtigen kann, die Seute Deern. Und auch ein U-Boot ist zu bestaunen.

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Nach diesem winzigen Ausflug in Bremerhaven ging es dann zur Niedrigwasserzeit auf die Weser raus. Später – fast zu halben Tide – schob der Flutstrom LuMMEL mit gut 7,5 Konten Richtung Süden. Also war es eine schnelle Passage Richtung Oldenburg, denn auch in der Hunte hatte ich noch den Flutstrom im Rücken. Während die Weser mit einigen schönen Strandpassagen und im Strom liegenden Fischerbooten aufwarten kann, ist die Hunte ein eingedeichter und vollständig gebändigter Flusslauf. Jedenfalls im Unterlauf zwischen Oldenburg und Wesermündung. Links und rechts Deiche mit Steinufer, nix wirklich liebliches…

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In Oldenburg wählte ich den Hafen direkt vor der Schleuse in den Küstenkanal. Kein schlechter Hafen, jedoch für mich in diesem Moment eine schlechte Alternative… Nachdem ich das Hafengeld per Briefumschlag entrichtet hatte, waren meine Bargeldvorräte aufgebraucht. Da das Restaurant keine Karten akzeptierte (sollen sich mal ein Beispiel an den Skandinaviern nehmen, da kann man an jedem Kaffeeautomaten mit Karte bezahlen…), musste ich wohl oder übel mit einer Brotmahlzeit vorlieb nehmen. Der nächste Geldautomat war einige Kilometer entfernt und Brot hatte ich glücklicherweise noch. Den allerletzten Euro verwendete ich zu Duschen.

Dienstag, 25. August 2015
41 Kanalmeilen

Der 4. Kanaltag brach an. Mit Regen. Na toll! Ausgerechnet als ich vor der Schleuse in Oldenburg auf meinen Schleusengang wartete machte nicht diese auf, sondern die Schleuse über mir öffnete die Tore. Der Schleusengang in der Oldenburger Schleuse war für mich einer mit dem bisher größten Hub. Rund 4 Meter ging es von der Hunte hinauf zum Küstenkanal. Da hatte ich ordentlich damit zu tun, die Leinen von einem Poller auf den nächsthöheren umzustecken. Daher auch keine Fotos von dieser Aktion, schade!

Was dann begann, war schon ein wenig eintönig. Aus einigen Gesprächen mit Revierkennern hatte ich schon davon gehört, dass der Küstenkanal recht „langweilig“ sei. Am Anfang dachte ich noch: geht doch, nette Häuschen links und rechts, aber dann brach die Bebauung ab und es kamen recht lange und schnurgerade Passagen. Abwechslung brachten allein einige Industrieanlagen und Torfverladestationen sowie die Begegnungen mit entgegenkommenden Binnenschiffen. Ich habe sie gezählt, es waren genau 8 bis zur Schleuse in Dörpen! Und exakt 4 Sportboote! Mit irgendetwas musste ich mich ja beschäftigen…

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Nach rund 7 Stunden erreichte ich die Schleuse in Dörpen und kurz danach die Einfahrt in die Ems bzw. den Dortmund-Ems-Kanal. Nach einer weiteren Schleuse in Bollingerfähr erreichte ich den Anleger des Ems Yacht Club Lingen in einem alten Emsarm kurz vor der Seeschleuse in Herbrum.

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Als ob ich nicht schon durch Kanalfahrten unter Motor gestraft genug war, kam natürlich kurz nach meiner Ankunft der Hafenmeister (besser gesagt der „Stegwart“) und wollte das Liegegeld kassieren. Bargeld hatte ich natürlich immer noch nicht. Und auch hier kein Geldautomat in „mal eben“ erreichbarer Nähe. Nur eine Tankstelle. Da bin ich also hin und habe kurzerhand für einen barzahlenden Tankkunden per Karte bezahlt und mir das Bargeld von ihm geben lassen. So geht Geldautomat im Emsland…

Nun hatte ich Geld und konnte den Hafen bezahlen. Ich hätte sogar noch genug Geld gehabt, um Essen zu gehen, das in der Nähe des Anlegers angekündigte Restaurant Emsblick hatte seinen Betrieb allerdings von einiger Zeit eingestellt. Also ging es an die letzten Notfall-Vorräte: Nudeln mit Gulasch aus der Dose, lecker, lecker, lecker…

Wie konnte ich mich denn wenigstens noch ein bisschen für den harten Tag belohnen? Nach fast 3 Monaten mal wieder Fernsehen? Gesagt getan. USB-DVB-T-Stick an den PC angeschlossen und den Sendersuchlauf gestartet. Nix. Ein zweites Mal gestartet. Wieder nix. Und ein drittes Mal. Aber auch ohne Erfolg. Also auch kein DVB-T im Emsland. Selbst ein wenig daddeln im Internet fiel heute aus. Kein Netz im Emsland…

Und fast wäre an einem Tag wie diesem ein Höhepunkt fast verloren gegangen. Nach 6 Seemeilen auf dem Küstenkanal hatte ich die 2.000-Seemeilen-Marke geknackt 🙂

Morgen geht es in die Emsland-Metropole Papenburg. Ich werde berichten…

Mittwoch 25. August 2015
54 Kanalmeilen

Ob es daran lag, dass der gestrige Emslandtag nicht ganz so erquickend war, auf jeden Fall war ich dann nicht wie geplant nach Steuerbord zur Seeschleuse nach Papenburg eingebogen, sondern habe mich vom kräftigen Emsstrom einfach daran vorbei treiben lassen. Obwohl der große in Bau befindliche Cruiser Norwegian Escape (325 Meter, 4.200 Passagiere) auf der Meyer Werft schon ein wenig gelockt hat… Im September tritt er dann die Reise – wie ich heute – über die Ems Richtung Nordsee an. Allerdings rückwärts. Wie dieses Teil dann durch die Brücken und das Ems-Sperrwerk passen soll? Wird wohl…

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Nachdem ich dann Papenburg als Etappenziel fallen gelassen habe, nahm ich zunächst Emden ins Visier. Aber kurz vor dem Abzweig dorthin habe ich mich dann doch für Delfzijl und eine Weiterfahrt bis Groningen in den Niederlanden entschieden. Und am nächsten Tag dann weiter nach Lauwersoog, wo ich dann hoffentlich den Mast wieder stellen kann, um den Rest der Reise mit einem Segelboot absolvieren zu können.

Der Abend in Groningen war leider total verregnet. Eine schöne (Studenten-)Stadt, die ich von vorherigen Besuchen schon kenne. Mein Sohn Philipp hat hier ein Jahr gelebt und seinen Master absolviert. Die Rijkuniversität Groningen ist eine der ältesten Hochschulen der Niederlande.

Donnerstag, 26. August 2015
27 Kanalmeilen

Wie geplant, ging es heute dann von Groningen nach Lauwersoog. An einem Tag, den man – rein wettertechnisch – direkt streichen sollte. Es hat den ganzen Tag geschüttet. Teilweise so heftig, dass ich nicht einmal meine Kamera in die Hand nahm, um ein Foto zu machen. Auf jeden Fall erreichte ich am Nachmittag den Yachthafen Noordergat in Lauwersoog am Lauwersmeer. Schon von unterwegs hatte ich mit dem Hafenmeister telefoniert und einen Termin zum Mast stellen vereinbart. Und schon gegen 19:00 Uhr war LuMMEL wieder ein Segelboot! Und beflaggt mit den Gastlandfahnen der bereisten Länder!

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Nach rund 50 Stunden und 235 Seemeilen Kanal tuckern sowie die Passage von ca. 12 Schleusen, hoffte ich dann sehr, dass morgen wieder Segeln angesagt ist! Allerdings bin ich ja nun nicht mehr in der Ostsee, sondern im Wattenmeer von Gezeiten abhängig. Mein Weg morgen sollte mich nach Ameland bringen. Abfahrt von Lauwersoog 3 Stunden vor Hochwasser, damit man alle flachen Stellen gut passieren kann:

  • Hochwasser Lauwersoog: 10:00 Uhr
  • Abfahrt: 7:00 Uhr
  • Aufstehen: 5:30 Uhr

Also nix wie ins Bett….

Freitag, 27. August 2015
19 Seemeilen

Nach der kurzen Nacht ging LuMMEL um 7:00 Uhr als erster des Tages durch die Schleuse nach See. Zu Beginn der Etappe war noch eine ziemliche Suppe mit Sichtweiten von max. 1 Seemeile. Die Fähre von Schiermonnikoog und einige Fischer konnte man aber nicht übersehen.

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Nach einer rund 4,5-stündigen Wattfahrt war ich recht früh auf Ameland und konnte mich nach recht bewegungsarmen Kanal-Tagen mal wieder mit einem Leihfahrrad etwas austoben. Meine kleine Tour führte mich durch den Hauptort Nes mit seinen hübschen Häuschen, zum Strand auf der Nordseite der Insel und zur Station der Seenotrettung in der Ballumerbucht.

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Auf den Fotos sieht man sehr schön, was in diesem Revier die Herausforderungen im Gegensatz zu den Steinen in den Schären Finnlands und Schwedens sind: gelegentlich fehlendes Wasser und Sandhaufen.

Und ich wurde abermals Zeuge einer Rettungsaktion, diesmal am Deich von Ameland. Allerdings sind die Protagonisten in Bronze gegossen! Gott sei Dank!

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Morgen wird es weiter nach Terschelling gehen. 3 Stunden vor Hochwasser, Hochwasser ca. 10:30 Uhr. Abfahrt 7:30 Uhr. Aufstehen 6:00 Uhr. Gute Nacht!

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Von Strande nach Bremerhaven

Freitag, 21. August 2015
25 See- und Kanal-Meilen

Nachdem uns am Abend noch der Strander Bürger Kubicki von der FDP über den Weg gelaufen war (der hatte um 18:00 Uhr schon Feierabend?!) machten wir uns am Morgen bei herrlichem Sonnenschein auf den Weg Richtung Kiel-Holtenau zur Schleuse in den Kaiser-Wilhelm-Kanal. So hieß der Kiel Canal (richtig, das ist die internationale Bezeichnung), oder auch Nord Ostsee Kanal bis 1948. Nur unter Genua bummelten wir die rund 5 Seemeilen dahin. Vorbei am Olympiahafen von Kiel-Schilksee, der möglicherweise 2024 eine Renaissance erleben könnte, wenn die Olympischen Spiele nach Hamburg gehen. Vorbei an Laboe mit dem Ehrenmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten. Und auch vorbei am Leuchtturm Friedrichsort, der an der engsten Stelle der Kieler Förde für Orientierung sorgt.

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Nach einer Wartezeit von rund einer Stunde ging es dann in den Kanal. Ein mit uns wartender Niederländer hatte wohl noch nicht bemerkt, dass er schon in Deutschland ist und nicht mehr in Dänemark. Unter seiner Steuerbord-Saling wehte noch die dänische Flagge…

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Mit der Einfahrt in die Schleuse endete dann auch mein Ostseetörn. Aber ich bin mir sicher, nicht das letzte Mal auf eingenem Kiel in der Ostsee gewesen zu sein…

Gemeinsam mit ein paar großen Pötten ging es dann Richtung Rendsburg, wo wir für die Nacht Station gemacht haben. Morgen wird Annette von hier aus die Heimreise per Bahn antreten.

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Samstag, 22. August 2015
47 Seemeilen

Um 8:58 Uhr ging es für Annette wieder Richtung Heimat. Mit Umsteigen in Hamburg. Diesmal werden es nur knapp 2 Wochen sein, die wir uns nicht sehen, also halb so wild…

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Ich begab mich wieder auf die Strecke in den Kanal und passierte das Technik-Denkmal „Rendsburger Hochbrücke“, eine zwischen 1911 und 1913 erbaute Eisenbahnbrücke. Das Besondere: unter der Brücke verkehrt eine Fähre der besonderen Art. Eine „Schwebefähre“ für Autos und Fußgänger.

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Nach ca. 7 Stunden erreichte ich dann die Elbe und begegnete auch gleich wieder einem richtig Großem, dem 350 Meter langen Container Schiff Hyundai Drive auf dem Weg nach Danzig. An der Tonne 45 „Otterndorf 1“ konnte ich dann nach Backbord abbiegen und erreichte mein Tagesziel Otterndorf über ein schmales Prickenfahrwasser.

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Am Abend musste ich noch eine Entscheidung treffen. Die mittelfristigen Wetteraussichten für die Deutsche Bucht versprachen einige Starkwindepisoden in den nächsten Tagen. Die konnte ich aber für die Nordsee und Helgoland nicht gebrauchen. Insbesondere nicht die damit verbundenen Wartetage, denn irgendwie muss ich ja nun bald mal nach Hause… Alternativ zur Nordsee zweigt in Otterndorf auch der Elbe-Weser-Schifffahrtsweg ab. Allerdings kann der Kanal nicht mit stehendem Mast befahren werden. Nach einigem Abwägen und weiteren Blicken in die Wetter-Glaskugel, hatte ich mich dann schweren Herzens für die Kanalpassage entschieden, weil zeitlich einfach besser zu kalkulieren. Also bereitete ich LuMMEL dann am Abend noch für das Legen des Mastes am nächsten Morgen vor: Segel abschlagen und zusammenlegen, den Baum abnehmen und auf Deck festlaschen sowie das laufende Gut sortieren und am Mast befestigen. Alles in allem gut 1,5 Stunden zu tun. Dann aber ab in die Falle…

Sonntag, 23. August 2015
30 Kanalmeilen

Als ich dann am Morgen einige Yachten aus dem Hafen von Otterndorf auslaufen sah, wurde mir doch ein wenig schwer ums Herz. Zu gerne wäre ich mit dem (noch) moderaten Ostwind aus der Elbe hinaus Richtung Nordsee gesegelt… Ich musste oder wollte – wie auch immer – zum Mastenkran und mit Unterstützung des überaus hilfsbereiten und netten Hafenmeisters von Otterndorf meinen Mast legen. Das musste recht zügig gehen, da der Liegeplatz am Kran tidenabhängig war und das Wasser mittlerweile schon recht niedrig war. Auch wollte ich die Schleusung um 9:45 Uhr nicht verpassen.

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Auch wenn ich lieber segele als Motorboot zu fahren muss ich doch sagen, dass weite Teile der Passage des Elbe-Weser-Schifffahrtswegs wirklich sehr schön und fast flussartig sind. Der Kanal wird heute kaum – eigentlich gar nicht mehr – von Berufsschiffen genutzt. Bei Freizeitskippern erfreut er sich aber immer größerer Beliebtheit.

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Nach ca. 8 Stunden gemächlicher Kanalfahrt („Speed“-Limit 8 km/h!!) wurde ich dann am Abend in Bremerhaven von der schon geschlossenen Seeschleuse gestoppt.

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Von hier geht es dann morgen auf die Weser und dann weiter in die Hunte Richtung Oldenburg.

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Von Spodsbjerg nach Strande in der Kieler Förde

Montag, 17. August 2015
Sturmtag

Wie schon erwartet. Gestern Abend fing es in Spodsbjerg gegen 21:00 Uhr an zu kacheln. Wind bis Windstärke 7 aus Ost, in einem Hafen, der nach Ost geöffnet ist, ist es dann sehr unruhig. Es pfiff ordentlich im Rigg und LuMMEL schaukelt hin und her. Spodsbjerg an der Ostküste von Langeland ist ein beliebter Hafen für Angler und ein Fischerhafen. Zig Angelboote liegen hier im Hafen. Im Großen Belt sind die Chancen auf einen guten Dorsch- oder auch Flunder-Fang seht gut. Und von hier fahren Fähren auf die Insel Lolland. Also für Segler ist es eher ein Hafen, den man anläuft, wenn der Abend hereinbricht oder andere  wichtige Gründe für das Anlaufen eines Hafens sprechen. Gezielt nach Spodsbjerg segeln offensichtlich nur wenige Yachten. Entsprechend leer waren auch die Stege für Segler. Der Ort gibt auch nicht sehr viel her. Die Highlights sind die beiden Angelläden, in denen man alles bekommt, was das Anglerherz sich wünscht.

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Am Nachmittag haben wir uns dann mit einem FlexiBus in die nächstgrößere Stadt Rudköbing auf den Weg gemacht. Eine Kleinstadt mit einer netten Fußgängerzone, die aber ansonsten keinen Sight-Seeing-Stress auslöst. Aber in einem kleinen Antikladen fand ich endlich den perfekten Harrschneider für mich 🙂

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Am Abend legte der Wind noch einmal eine Schippe zu. Ich konnte auf meinem Windmesser Böen bis 8 Bft. registrieren.

Dienstag, 18. August 205
Sturmtag

Auch heute am Morgen war der Wind noch so stark, dass wir uns nicht aus Spodsbjerg wegbewegt haben. Die Böen waren zwar nicht mehr so stark wie am Abend zuvor, aber immerhin noch ca. 6 Bft. stark. Ein kleines Filmchen gibt nur im Ansatz wieder, wie es dann so auf einem 8-Meter-Boot schaukelt:

Also ein echter Hafentag, an dem wir uns auch nicht wirklich aus dem Hafen herausbewegt haben. Neben dem Waschen habe ich auch einen längst überfälligen „Bootsputz“ gemacht. Einem Besucher hat es dann so gut bei uns gefallen, dass er noch die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen bei uns auf der Reling geblieben ist.

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Der Hafen von Spodsbjerg liegt ja direkt am Großen Belt. Der Große Belt ist eine Hauptverkehrsachse für Frachtschiffe, die aus der zentralen Ostsee ins Kattegat und dann ins Skagerag in die Nordsee gehen. Also kommen hier alle Nase lang große Schiffe vorbei. Aber am Abend sah ich dann ein Schiff, dass man nicht alle Tage sieht, jedenfalls ich nicht. Die Mary Maersk ist mit knapp 400 Metern Länge, gemeinsam mit ca. 20 weiteren Schiffen der Triple E-Klasse, eines der größten Container-Fracht-Schiffe der Welt.

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Mittwoch, 19. August 2015
20 Semeilen

In der Nacht hatte sich der Wind dann soweit beruhigt, dass wir uns gegen 9:30 Uhr auf den Weg nach Bagenkop, an der Südspitze von Langeland gemacht haben. Nun war der Wind aber auf ca. 8 bis 10 Konten abgeschwächt, dass wir bei rund 2 Knoten windbedingter Gegenströmung im Großen Belt keine akzeptable Reisegeschwindigkeit allein unter Segeln erreichen konnten. Also musste zunächst der Yanmar für den notwendigen Vortrieb Richtung Süden sorgen. Erst als wir bereits fast den Leuchtturm Keldsnor im Süden von Langeland erreichten, konnten wir noch zwei Stunden segeln. Bevor wir jedoch in den Hafen fuhren, wollte ich doch nochmal mein Anglerglück versuchen. Und es dauerte auch keine 30 Minuten, bis mir ein schöner Dorsch an den Haken ging, der für eine Annette und mich eine schöne Mahlzeit sein wird!

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Bagenkop ist ähnlich wie Spodsbjerg. Offensichtlich nur viel beliebter bei Seglern, denn es war so voll, dass wir mit Glück noch einen der letzten Plätze ergattern konnten. Und einen kleinen Turm gibt es in Bagenkop in Hafen, von dem man einen schönen Blick auf den Hafen, die Kirche und die vor dem Hafen liegende Ankerbucht hat.

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Und von oben ist mir das Deck einer Yacht aufgefallen, die mir irgendwie bekannt vorkam. Als ich unten war erkannt ich die Maksima von Annette und Karl aus Bad Schwartau, meinem temporären Heimathafen in der Trave, bevor ich auf meine Ostseereise gegangen bin. Karl hatte mich und LuMMEL auch im letzten Jahr nach meinem Motorschaden von Travemünde nach Bad Schwartau geschleppt.

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Die beiden trafen wir dann noch am Strand und hatten bei einem Bierchen noch ein nettes, abendliches Pläuschchen mit ihnen und Roland, einem weiteren Segler aus Bad Schwartau.

Donnerstag, 20. August 2015
27 Seemeilen

Heute ging es zwar nur 27 Meilen weiter Richtung Heimat, aber gefühlt einen Riesenschritt nach Hause. Denn: heute erreichten wir Deutschland. Strande in der Kieler Förde hatten wir uns als Stopp ausgesucht, bevor es dann in den Nord-Ostsee-Kanal geht. Ohne Wind, also mal wieder unter Motor ging es los. Was jedoch wie eine eher langweilige Überfahrt losging, entwickelte sich dann nach und nach doch noch zu einer kurzweiligen und spannenden Passage. Nicht wegen des Windes, nein. Seenebel war es, was für Kurzweil an Bord sorgte. Das erste Mal auf meiner hatte ich Nebel. Schon von weiten sah man die diesige Wand, in die wir hineinfahren mussten. Sichtweiten von max. 100 Metern (reine Schätzung) machten einen aufmerksamen Ausguck notwendig. Ein weiteres kleines Video gibt einen Eindruck:

Nach und nach löste sich dann der Nebel auf und es kamen wieder Schiffe in Sicht, die nicht wirklich weit von uns entfern waren. Segler, Marineschiffe, die Oslo-Fähre und auch der Leuchtturm von Kiel. Und mal wieder eine Robbe, die aus dem Wasser schaute…

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Nach ca. der Hälfte der Strecke zwischen Bagenkop und Strande konnte ich dann auch die dänische Gastlandfahne einholen. Nun habe ich keine mehr übrig, die ich unter die Saling hängen konnte, Außer der niederländischen, aber das ist ja fast Heimat…

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Als wir dann gegen 17:30 Uhr Strande erreichten, hatte sich der Nebel fast ganz aufgelöst und es wurde noch ein schöner und sonniger Restabend.

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Morgen geht es dann in den Nord-Ostsee-Kanal Richtung Nordsee. Apropos… Da komme ich doch zum Ende meiner reise noch auf ein schönes Abschlussrätsel:

Wie ist die internationale Bezeichnung des Nord-Ostsee-Kanals? 

Wie immer können sich die ersten drei richtigen Kommentartoren auf eine handgeschriebene Postkarte freuen. Wenn es passt aus Helgoland!

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